Alt und ab ins Heim – nicht in Südtirol

 

 

Uns allen ist diese Situation bekannt: die Mutter, die Großmutter kann nicht mehr alleine zuhause leben, die Kinder und Enkel können die Versorgung der alten Dame nicht übernehmen. Was nun? Ins Altersheim? In Südtirol gibt es nun eine ganz andere Alternative – ab auf den Bauernhof. Das nennt sich in Südtirol soziale Landwirtschaft. Immer mehr kleine bäuerliche Betriebe werden zu sozialen Landwirtschaftsbetrieben und bieten u.A. Betreuungen von alten Menschen und Tätigkeiten für Menschen mit Behinderung an. Begonnen hat es mit der Gründung der Südtiroler Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen-wachsen-leben“ vor elf Jahren. Anlass war die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Mütter. Klassische Frauenaufgaben wie Alten- und Kinderbetreuung werden als Zuverdienst genutzt. Zurzeit werden 33 Altenbetreuungsprojekte angeboten. Möglich ist das, weil der bäuerliche Tagesablauf so flexibel gestaltet werden kann, dass die Bäuerin sich zusätzlich um andere kümmern kann. Die Qualifikationen erfolgen über die Sozialgenossenschaft.

 

Seit 2015 ist in Italien die soziale Landwirtschaft gesetzlich geregelt, in Südtirol soll dazu noch in diesem Jahr eine Durchführungsverordnung über den Landtag beschlossen werden. Damit sollen die oben erwähnten  Projekte sozialer Landwirtschaft den herkömmlich bekannten Sozialeinrichtungen rechtlich gleichgestellt werden. Das sorgt für Konkurrenz, denn viele empfinden ein Leben auf einem Bauernhof als attraktiver als ein Leben in einem Altenheim oder einer Behindertenwerkstatt.

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Physician Assistant – was ist das?

 

Der demographische Wandel ist bereits in der Bildungslandschaft angekommen. Ärztemangel in ländlichen Gegenden gibt es bereits heute. Unsere alternde Gesellschaft wird in den nächsten Jahrzehnten eine Zunahme der gesundheitlichen Behandlung nach sich ziehen. Was tun? Muss es immer gleich der Arzt sein? Viele, gerade ältere Menschen können sich noch an die Gemeindeschwester erinnern, da brauchte es nicht immer einen Arzt, heute unmöglich. Seit einigen Jahren werden nun an den Fachhochschulen Physician Assistants (ärztlicher Assistent) ausgebildet. Es ist ein acht-semestriger Studiengang und kann mit einem Bachelor beendet werden und ist damit ein akademisch medizinischer Beruf. Der Abschluss ist staatlich anerkannt und akkreditiert. Der Physician Assistant (PA) ist dem ärztlichen Dienst zugeordnet, er soll den Arzt bei seiner Tätigkeit unterstützen, die Letztverantwortung des Arztes bleibt unberührt.

Nun lehnen einige Ärzte den Physician Assistant ab. Die Ärztekammer Brandenburg veröffentlichte eine Pressemitteilung der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Brandenburg, in der sie den Physician Assistant ablehnt. In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Nach dem vorliegenden Modell eines Physician sollen künftig solche, dem Arzt vorbehaltenen Leistungen auch durch den Physician Assistent erbracht werden. Dies ist weder erforderlich, noch im Interesse des Patientenschutzes.“ Nicht erforderlich? Diese Behauptung ist nicht belegt und damit nicht haltbar. Patientenschutz? Ja, wer schützt PatientInnen vor unnötigen Operationen und teuren aber überflüssigen oder sogar schädlichen Behandlungen? Das wäre ein Patientenschutz wie PatientInnen es sich wünschen, im o.g. Zusammenhang verkommt Patientenschutz zur Leerformel.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Es besteht die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten mit diesem Modell künftig eine minderwertige Gesundheitsversorgung erhalten…“ Auch dies ist eine Behauptung ohne Begründung und zugleich eine traurige Vorgehensweise: Angst machen – ohne belastbare Argumente. Das sollten wir ablehnen. Kritik ist nicht nur erlaubt, Kritik ist auch wichtig, aber nur, wenn sie mit Untersuchungen und Forschungsergebnissen belegt werden können, nebulöser Angstmache ist nicht hilfreich.

Sorgende Gemeinschaft – es tut sich was

Die sorgende Gemeinschaft ist in aller Munde und immer mehr Hospizvereine möchten in Ihren Regionen eine sorgende Gemeinschaft schaffen. Seit Jahren forschen namhafte WissenschaftlerInnen zu diesem Thema. Nun hat die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dass sich mit einer möglichen Öffnung der stationären Langzeitpflege befasst. Kernfrage dieses Forschungsprojektes ist, ob stationäre Pflegeeinrichtungen diesen Kulturwandel mittragen möchten/können/wollen und falls ja, was kommt dann auf die Pflegeeinrichtungen zu. Die Ergebnisse werden Ende 2019 vorliegen.

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