die hospiz zeitschrift – Ausgabe 56

Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
Schwerpunktthemen
1. Juni 2013

die hospiz zeitschrift Ausgabe Nr. 56 (02/2013)

Liebe Leserinnen und Leser,

die Hospizbewegung kann als eine der erfolgreichsten Bürgerbe- wegungen der modernen Gesellschaft gelten. Sie ist in deren Mitte angekommen, sowohl verankert in den Strukturen des Gesund- heitssystems als auch präsent im öffentlichen Diskurs und ebenso im Bewusstsein der Menschen. Die in dieser Ausgabe der hospiz- zeitschrift versammelten Beiträge und Interviews widmen sich unter dem Motto „Hospiz und Gesellschaft” ausgewählten Themen und Problemfeldern, die mit dieser „Erfolgsgeschichte” verbunden sind: Dem Wissen um Sterben und Tod in der Bevölkerung, in dem der Begriff „Hospiz” mittlerweile seinen ihm gebührenden Platz gefunden hat (Rupprecht); den aktuellen Diskussionen rund um die zukünftige Entwicklung von Hospizkultur und Hospizarbeit im Zwiespalt von zunehmender Professionalisierung und gleichzeitiger Basisverankerung als Bürgerbewegung (Keil, Schneider/Stadelba- cher); der besonderen Bedeutung ehrenamtlichen Engagements in der Hospizbewegung und dessen Motivation (Goebel); bis hin zum Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden muslimischen Glaubens (Mohr) oder einem – exemplarisch an einem Projekt er- läuterten – Palliative Care-Konzept in und für Wohnstätten in der Behindertenhilfe (Kostrzewa) sowie der vor allem am Thema De- menz aufscheinenden grundlegenden Frage, wie wir zukünftig mit dem „4. Lebensalter” und der immer größer werdenden Gruppe der Hochaltrigen (Gronemeyer) umgehen werden.

Hinter all diesen Aspekten und Fragen steht letztlich im Kern die von Dörner, Gronemeyer, Heller, Keil u. a. diskutierte Frage danach, wel- che „Sorgekultur” aktuell und in Zukunft anzustreben ist und welche Bedeutung dabei der Hospizbewegung zuzukommen hat. Wie kann soziale Verantwortung nicht nur im abstrakten Wissen z.B. um die Folgen des demographischen Wandels verankert, sondern auch und vor allem im konkreten alltagspraktischen Aufeinander-bezogen-Sein von „Du und Ich” im Sinne eines „gelebten Wir” verwirklicht werden? – und zwar in einer zunehmend heterogener werdenden und umfas- send individualisierten Gesellschaft, die den Einzelnen unhintergeh- bar zum eigenverantwortlichen und

selbstbestimmten Gestalter seines je eigenen Lebens bis zum Lebensende macht. Damit ist die große gesell- schaftliche Herausforderung benannt, der sich die Hospizbewegung aktuell und in Zukunft zu stellen hat und an deren Bewältigung sie hoffentlich ent- scheidenden Anteil haben wird.

Hospiz und Gesellschaft
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