die hospiz zeitschrift – Ausgabe 64

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Schwerpunktthemen
1. Juni 2015

die hospiz zeitschrift Ausgabe Nr. 64 (02/2015)

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Bedeutung und Notwendigkeit von Forschung im Bereich von Hospizarbeit und Palliative Care wird derzeit in vielen Kontexten hervorgehoben.

Dabei stoßen wir in Deutschland allerdings sehr rasch an die Grenzen historischer Besonderheiten. Jener nämlich, dass sich die bürgerschaftlich orientierte Hospizbewegung von Anfang an konsequent der Praxis verpflichtet fühlte und sich weitgehend einer wissenschaftlichen Reflexion entzog. Im Gegenzug verschrieb sich die parallel entwickelnde Palliativmedizin von Beginn an auch der Entwicklung einer wissenschaftlichen Fachdisziplin unter Einhaltung der damit verbundenen „Spielregeln“. Bis heute wirkt dies nach und wird sichtbar u. a. darin, dass es auf wissenschaftlichen Kongressen

oder in wissenschaftlichen Publikationsorganen zunehmend schwierig ist, Konzeption, Arbeitsweise und Wirkungen hospizlich getragener Angebote adäquat sichtbar zu machen. Mit diesem Heft soll das Augenmerk auf die Forschung im Bereich von Hospizarbeit und Palliative Care gelegt werden. Es ist unser Anliegen, von einem „Entweder-oder“ hin zu einem „Sowohl- als-auch“ zu kommen.

In Reaktion auf den Chartaprozess wird auch im Kontext der Nationalen Strategie derzeit in einer eigenen Arbeitsgruppe diesen Fragen nachgegangen, deren Arbeit stellen Stefanie Stiel und Franziska Kopitzsch in diesem Heft vor. Wie Forschung gestaltet sein muss, damit sie Praxis verändern kann, das zeigen Elisabeth Reitinger und Katharina Heimerl in ihrem Bei- trag zur partizipativen Forschung. Konkrete Herausforderungen und Anregungen zur Forschung im Hospiz stellen Simon Krutter und Kollegen auf Basis ihrer Studie zur Verfügung, und Christiane Kreyer geht in einem Fachbeitrag besonders auf An- und Zugehörige als Gegenstand der Forschung ein. Auch im Interview mit dem Leiter des wissenschaftlichen Beirats des DHPV, Prof. Werner Schneider, geht es um die Frage, welche Forschung die Hospizbewegung braucht und umgekehrt. Diese wird zudem in den Kommentaren und Praxisbeiträgen weiterverfolgt. Praxis, damit ist in diesem Fall nämlich auch die Forschungspraxis gemeint, die gute Hospizpraxis im besten Sinne darstellen könnte. So verstehen wir dieses Heft als Brücken- schlag, der uns für eine förderliche Entwicklung von Hospizarbeit und Palliative Care in Zukunft unverzichtbar erscheint.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für ihr engagiertes Mitwirken!

Die CHARTA - Entwicklungsperspektiven und Forschung
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