die hospiz zeitschrift – Ausgabe 76

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19. März 2018

die hospiz zeitschrift Ausgabe Nr. 76 (01/2018)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir blicken heute auf über drei Jahrzehnte Hospizbewegung zurück, in denen sich sowohl die Hospiz- und Palliativarbeit als auch die Gesellschaft stark verändert haben. In einer zusehends mobilen Welt ist dabei auch das Ehrenamt starken Veränderungsprozessen unterworfen.

Die „typische“ Ehrenamtliche gibt es immer seltener. Menschen, die sich heute ehrenamtlich engagieren wollen, möchten schnell praktisch arbeiten und sind dann häufig nur für vergleichsweise kurze Zeit dabei, bevor sie der erste oder der neue Job in eine andere Stadt verschlagen. Hinzu kommt, dass wir – unserem eigenen Anspruch folgend und nicht zuletzt gefördert durch das Hospiz- und Palliativgesetz von 2015 – eine immer größer werdende Zahl an Menschen begleiten wollen, Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen, Hochaltrige, Menschen mit Demenz, Menschen im Strafvollzug und in der Wohnungslosigkeit und nicht zuletzt solche aus anderen Kulturkreisen. Und das zu Hause, in Altenheimen oder in Krankenhäusern, in stationären Hospizen, auf Palliativstationen. Vor diesem Hintergrund sieht sich die Hospizbewegung vor der Herausforderung, Ehrenamt neu zu denken und neue Modelle für Ausbildung und Einsatz im Hospiz- und Palliativbereich zu finden.

Um diese Aufgabe zu lösen, müssen wir wissen, was die Motivation, Haltung und Rolle der Ehrenamtlichen ausmacht, so geschehen in der Studie „Nachhaltige Qualifizierung des Ehrenamtes in der ambulanten Hospizarbeit und Palliativversorgung in Niedersachsen“, deren Ergebnisse wir in diesem Heft vorstellen. Wir müssen außerdem einen forschenden und empirischen Blick auf die Frage nach der Zukunft von Hospizarbeit und Hospizbewegung und auf den Wandel der Gesellschaft durch freiwilliges Engagement werfen, wie es das vom DHPV geförderte Verbundprojekt „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ tut. Wir müssen dabei auch über den Tellerrand schauen, etwa durch die Unterstützung der europäischen Charta zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care „Voice of Volunteering“. Und wir müssen nicht zuletzt mit den Ehrenamtlichen selbst im Gespräch bleiben. Was sie uns über ihre Motivation erzählen, gibt wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Ehrenamtes, wie es der DHPV als eine seiner wesentlichen Aufgaben für die nächsten Jahre definiert hat.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre mit dieser Ausgabe der hospiz zeitschrift.

Ihre
Anja Schneider

 

Ehrenamt
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