SORGSAM

Qualitätshandbuch für stationäre Hospize - erweiterte und ergänzte 2. Auflage

Hrsg. DHPV e.V./Dt. Caritasverband e.V./Diakonisches Werk der EKD e.V.

Beschreibung
Rezensionen
16. September 2004

 

In der Zusammenarbeit von 40 Hospizen, den Verbänden und dem Verlag entstand dieses auf gesetzlichen Grundlagen basierende, einzigartige Qualitätshandbuch.

Es ist als Leitfaden und Arbeitsmittel für die Einrichtung, Organisation und kontinuierliche Qualitätssicherung in stationären Hospizen nicht mehr wegzudenken. Es enthält zahlreiche Grundlagentexte, Checklisten und Arbeitsanleitungen. Auf der CD findet man gesetzliche Rahmenvereinbarungen, Mustertexte und Materialien für die eigene Vortragsgestaltung. Das Handbuch hat eine zweifache Ausrichtung: „Als Standard soll es zur Sicherung und Darlegung fachlicher Anforderungen beitragen; als Leitfaden soll es die Qualitätsentwicklungsarbeit vor Ort unterstützen.“ Es kontrolliert weniger „von oben“ und regt mehr durch Hilfestellungen im Sinne von Best-practice-Leitlinien an. Dabei berücksichtigt es immer sowohl Prozessziele (was soll auf welche Weise erreicht werden?), Strukturkriterien (welche Ressourcen sind dazu nötig?) und Ergebniskriterien (Zielerreichung?).

Ringbuchmappe Wuppertal 2004

Die Ringbuchmappe ist auf Anfrage beim Verlag zum Preis von Euro 68,50 auch auf CD erhältlich.

Der Verkauf der Ringbuchmappe und CD erfolgt zu einem Vorzugspreis von 128,00 € inkl. MwSt.

Pfr. Claude Fuchs - BUNDES-HOSPIZ-ANZEIGER 9/ 2005

Die drei großen Trägerverbände von Hospizen in Deutschland, die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, der Deutsche Caritasverband und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland haben für alle stationären Hospize in Deutschland ein gemeinsames Qualitätshandbuch herausgegeben. Schon dass ein solches Handbuch gemeinsam erarbeitet und getragen wird, ist sicher keine selbstverständliche Leistung. In der Schweiz wird es wohl noch eine Weile dauern, bis wir soweit wären. Das Handbuch verfolgt einen doppelte Zweck: „Als Standard soll es zur Sicherung und Darlegung fachlicher Anforderungen beitragen; als Leitfaden soll es die Qualitätsentwicklungsarbeit vor Ort unterstützen.“ (S. 10) So wie dies nun auch die Arbeitsgruppe Qualität in der Schweiz versucht (vgl. palliative-ch. Nr. 3/ 2004), will es weniger „von oben“ kontrollieren und sanktionieren als vielmehr durch Hilfestellungen im Sinne von „Best practice“ - Leitlinien anregen, ermutigen und motivieren. Dabei berücksichtigt es immer sowohl Prozessziele (was soll auf welche Weise erreicht werden?), Strukturkriterien (welche personellen und materiellen Ressourcen sind dazu nötig?) und Ergebniskriterien (wie lässt sich erkennen, wie weit das Ziel erreicht ist?) Seine „Prozesslandschaft“ stellt den roten Faden durch das Buch dar. Im Zentrum stehen dabei die Arbeitsabläufe im Hospiz, die sich den täglich sich ändernden Bedürfnissen der Patienten anpassen sollten. Dabei sind immer sowohl die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Belange im Auge zu behalten. Zu diesem zentralen Kapitel gehören auch einige Standards zu speziellen Fragen wie Umgang mit Betäubungsmitteln, Vorgehen bei akuten Symptomverschärfungen, Prophylaxe allgemein und Dekubitusprophylaxe im Besonderen. Diese geben alle wichtige und wertvolle Hinweise. Allerdings ist mir die Auswahl dieser speziellen Themen nicht ganz einsichtig. Schade finde ich auch, dass sie alle aus dem Gebiet der körperlichen Belange kommen. Es folgen sechs weitere Kapitel, die dem Patienten selber und seinen Angehörigen gewidmet sind. 1) Die Aufnahme ins Hospiz. Hier geht es z.B. um die Aufnahmekriterien; um die Fragen, die beim Gespräch vor der Aufnahme angesprochen werden sollen; um das Vorgehen, wenn eine Aufnahme nicht sogleich möglich ist; um den Vertrag zwischen Patient und Hospiz; um die Atmosphäre beim Einzug, usw. 2) Die Ernährung im Hospiz: Was braucht es, damit die Wünsche der Patienten befriedigt werden können? Wie vorgehen, wenn Patienten Nahrung und Flüssigkeit verweigern? Lebensmittelhygiene. Wenig angesprochen scheinen mir hier hingegen Fragen rund um die künstliche Ernährung. 3) Das Hospiz als Lebensort: Wie sollen Räume genutzt und gestaltet werden, damit das Hospiz dem Patienten so gut wie möglich ein zu Hause werden kann? 4) Überleitung: Wie ist vorzugehen, wenn ein Patient vom Hospiz z.B. in ein Krankenhaus oder nach Hause verlegt werden soll? 5) Die Versorgung verstorbener Patienten: Hier geht es neben den pflegerischen Massnahmen auch um die Information und Beratung der Angehörigen, um Abschiedsfeiern usw. 6) In einem weiteren Kapitel geht es dann um die Angehörigen: Wie können sie ihre Wünsche und Bedürfnisse einbringen? Wie können sie in die Pflege eingebunden und wie können sie dabei unterstützt werden? Vorgehen, wenn Patienten und Angehörige unterschiedliche Vorstellungen haben. Wie können Angehörige auch nach dem Tod des Patienten weiter unterstützt werden? Erst nun schwenkt der Blickwinkel auf das Team, auf die Trägerschaft und auf das gesellschaftliche Umfeld. Bei der Teamorganisation im Hospiz geht es um Themen wie die Dienstplangestaltung, die Kommunikation im Team und die Dokumentation. Die Trägerschaft ist ihrerseits dafür verantwortlich, dass genügend Personal mit der notwendigen Qualifikation da ist. Diese Mitarbeiter sind aber nicht nur fachlich, sondern auch als Menschen gefordert und mit vielen belastenden existentiellen und ethischen Situationen konfrontiert. Ein gutes Arbeitsklima, ein transparente Mitarbeiterführung und eine menschliche Hospizkultur können viel dazu beitragen, eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit zu erreichen. In die Verantwortung der Trägerschaft fällt auch die Evaluation und die entsprechende Weiterentwicklung der Leistungen, die den Patienten und ihren Angehörigen angeboten werden. Schliesslich ist das Hospiz auf die Zusammenarbeit mit vielerlei aussenstehenden Organisationen angewiesen und hängt von seiner Anerkennung durch Nachbarschaft und Behörden ab. Auch diese Beziehungen müssen gepflegt werden. Jedes dieser Kapitel besteht aus einem „Grunddatenblatt“, das die entsprechenden Fragen erörtert, das Prozess-Ziele vorschlägt und Hinweise zu den Struktur- und Ergebniskriterien gibt. Dieses Blatt wird ergänzt durch ein Flussdiagramm, das den Prozessablauf graphisch darstellt, und/ oder Checklisten, die helfen keine wesentlichen Fragen zu vergessen. Schließlich stellt die „Auditcheckliste“ ein paar Fragen, die bei der eigenen Evaluation oder als Vorbereitung auf ein Audit hilfreich sein könnten. Am Ende des Buches erklärt ein Glossar einige der verwendeten Begriffe und eine Literaturauswahl (die allerdings stark auf die deutsche Situation ausgerichtet ist) erleichtert es, zu weitergehenden Informationen zu kommen. Im Anhang finden sich Angaben zur gesetzlichen Situation der Hospize in Deutschland, Muster für Verträge mit Patienten, mit Krankenkassen oder Zusammenarbeitsverträge etwa mit Diensten. Weitere Materialien behandeln die gesetzlichen Vorschriften für die Hygiene im Hospiz, für dem Umgang mit Betäubungsmitteln und zur Ernährung. Alle Materialien im Anhang sind spezifisch auf die Situation in Deutschland ausgerichtet und können in der Schweiz nicht direkt übernommen werden. Im Sinne von Checklisten können sie allerdings mithelfen, keine wichtigen Fragen aus den Augen zu verlieren. Aufgemacht ist das Handbuch als Ringbuch. Es hat 105 A4-Seiten und 52 Seiten Materialien im Anhang. Beigefügt ist auch eine CD. Das Ringbuch hat den Vorteil, dass man z.B. auch nur die gerade benötigten Seiten an eine Sitzung mitnehmen kann und vor allem, dass man die Unterlagen mit eigenen Texten ergänzen kann. Die Hilfsmittel zu einem bestimmten Thema sind dank einem Inhaltverzeichnis und dank der „Prozesslandschaft“ leicht aufzufinden. Zur Aufmachung kritisch anzumerken ist lediglich, dass gewisse Hervorhebungen hellgelb auf weissem Grund oder dunkelgelb auf hellgelbem Grund gedruckt und damit nicht eben leserfreundlich sind.

Unsere Kirche. Evangelische Wochenzeitung für Westfalen und Lippe - 10/ 2004

Diakonie, Caritas und die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz haben in Köln ein Qualitätshandbuch vorgestellt, das die Arbeit in stationären Hospizen verbessern soll. Das Buch mit dem Titel „sorgsam“ richtet sich an Beschäftigte und ehrenamtliche Mitarbeiter, sagte Roswitha Kottnik vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Im Zentrum stünden die Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen. Die aus dem Praxisalltag von 40 Einrichtungen abgeleiteten Inhalte befassen sich den Angaben zufolge mit Themen wie Ernährung, Rolle der Angehörigen und Hospiz als Lebensort. Als ein Qualitätsmerkmal werde die Verbindung von ehrenamtlichem Engagement und professionellem Anspruch herausgestellt, hieß es. Das Qualitätshandbuch Hospiz ist den Angaben nach das erste gemeinsame Projekt der beiden christlichen Wohlfahrtsverbände in Deutschland und der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz. Derzeit gibt es bundesweit 110 stationäre Hospize. Davon werden 30 von der Diakonie und 49 von der Caritas getragen.

ISBN 978-3-9810020-8-9
68,50  (zzgl. Versandkosten)
(inkl. MwSt.)

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