Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie

Unsere Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie mit dem Schwerpunkt: Sterben wünschen.

Sterben wünschen ist ein ernstes, ein heikles Thema. Darüber spricht man nicht? Wir sprechen darüber. Warum wünschen sich Menschen den Tod herbei? Wer befasst sich mit diesen Todeswünschen? Wir haben uns des Themas praxisnah angenommen.

Wie kann die Pflege, wie kann der Einzelne im multiprofessionellen Team mit diesen (Todes-) Wünschen umgehen und wie können gute und sorgende Antworten gefunden werden? Wir sprechen darüber, multiprofessionell, über Ländergrenzen hinweg.

Und wir stellen uns auch unangenehmen Fragen und Situationen, denn oftmals ist es nicht der Ruf nach dem Sterben sondern es ist der Hilfe-Ruf, so möchte ich nicht mehr leben.  Wie gehen wir damit um? Was können wir verändern?

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Der neue Bundes-Hospiz-Anzeiger

Soeben erschienen: die erste Ausgabe des Bundes-Hospiz-Anzeigers in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke

 

Eine gute Versorgung kann nur gelingen, wenn auf regionaler Ebene stabile Netzwerke entstehen. Dabei können Städte und Kommunen eine entscheidende Rolle spielen.

In dieser Ausgabe werden die diesjährigen Preisträger des DHPStiftungspreis vorgestellt, drei regionale Netzwerke stellen ihre Arbeit vor.

In einem Interview sprechen Vertreter vom Deutschen Städtetag und vom Deutschen Landkreistag, beide Mitglieder im Begleitgremium der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung, über Kommunen als wichtiges Bindeglied in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und welche Beiträge von den Kommunen geleistet werden können.

Was ist eine tour de palliativ? Wir stellen sie Ihnen vor und vielleicht regt es Sie an, in Ihrer Region über eine eigene tour de palliativ nachzudenken.

Bildungs-Gut Hospiz – Anfang Februar fand in Berlin das 3. Symposium zu diesem Thema statt. Worum geht es? Von Anbeginn war es der Hospizbewegung wichtig, das Thema Sterben, Tod und Trauer wieder in die Gesellschaft zurückzutragen. Bildungs-Gut Hospiz möchte sich mit diesem Gedanken an Kinder und Jugendliche wenden, möchte mit Kitas und mit Schulen ins Gespräch kommen, um entsprechende Projekte dort etablieren zu können.

Last but not least: der zweite Teil des Interviews mit Frank Ostaseski, dem Begründer des ersten buddhistischen Hospizes in Los Angeles (USA). Dieses Mal mit einem besonderen Geschenk: Frank Ostaseski, unser Interviewpartner und der Autor des Buches „Die fünf Einladungen“ möchte seine Einladungen mit Ihnen teilen. Deshalb erhalten die ersten 100 Einsendungen ein kostenfreies Exemplar für Sie oder für Ihr Hospiz.

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„Langfristig ist eine Verdoppelung unser Ziel.“

Bayern will stationäre Palliativbetten in Pflegeheimen und Kliniken ausbauen

Auf der ersten Jahrestagung zur Hospiz- und Palliativversorgung am vergangenen Mittwoch in Nürnberg sagte die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml:

„Pflegeheime sind für viele Menschen das letzte Zuhause. Hier leben sie – und hier sterben sie. Deswegen wollen wir dort mehr Versorgungsangebote im Hospiz- und Palliativbereich schaffen. Langfristig ist eine Verdoppelung unser Ziel.“

Die Ministerin erläuterte auf der von ihr ins Leben gerufenen Jahrestagung: „Zusätzlich werden wir den Ausbau stationärer Palliativbetten und weiterer palliativmedizinischer Angebote in Krankenhäusern vorantreiben, die Zahl der stationären Hospizplätze in den nächsten Jahren erhöhen und innovative Versorgungsangebote unterstützen, wie zum Beispiel Hospizwohngemeinschaften.“.

Huml ergänzte: „In den letzten Jahren haben bewährte kirchliche, freie und kommunale Träger eine Vielzahl hospizlicher und palliativmedizinischer Angebote in ganz Bayern geschaffen. Diese Vielfalt wollen wir erhalten und potentielle Träger bei der Schaffung neuer Versorgungsangebote unterstützen.“

Das bayerische Gesundheitsministerium stellt pro Jahr insgesamt 100.000 Euro für die Anschubfinanzierung von SAPV-Teams zur Verfügung. Der Auf- und Ausbau stationärer Hospize wird mit 10.000 Euro pro Hospizplatz gefördert.

Die Sterbehilfedebatte geht weiter

Das Betäubungsmittelgesetz darf in extremen Ausnahmesituationen die Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb eines Betäubungsmittels zum Zwecke der Selbsttötung nicht ausschließen. 

Im März 2017 fällte das Bundesverwaltungsgericht ein einschneidendes Urteil: Das Gericht sah es als unrecht an, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizintechnik (BfArM) sich weigerte, einer Frau, die nach einem Unfall vom Kopf ab querschnittsgelähmt war und Suizid begehen wollte, die Erlaubnis zum Erwerb eines Betäubungsmittels zum Zwecke der Selbsttötung zu erteilen. Das Gericht begründete das Urteil damit, dass in extremen Einzelfällen, der Staat nicht das Recht habe, den Zugang zu Betäubungsmitteln (in tödlicher Dosis) zu verweigern. Das Institut müsse aber vorab prüfen, ob eine unerträgliche Leidenssituation vorläge. Das Gericht hatte damit entschieden, dass das BfArM, das auf eine solche Beurteilung gar nicht ausgerichtet ist, eine Entscheidung zu fällen habe, wer sich in einer unerträglichen Leidenssituation befände und wer nicht. Beim BfArM sind laut Frankfurter Allgemeine Zeitung bereits 83 Gesuche nach der tödlichen Dosis eingegangen. Hoch brisant an diesen Fällen ist, dass ein höchstrichterliches Urteil aufgrund des wichtigen Grundsatzes der Rechtsklarheit bindend ist. Das Bundesinstitut hat jedoch in keinem dieser Fälle entschieden, hat aber aufgrund des Urteils ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

Mit einer Stellungnahme wurde der ehemalige Verfassungsrichter und bekannte Verfassungsrechtler Prof. Udo Di Fabio beauftragt, sein Rechtsgutachten wurde nun veröffentlicht. Er kam zu dem Schluss, das Urteil sei verfassungsrechtlich nicht haltbar. Laut Di Fabio bestünde keine verfassungsrechtliche Schutzpflicht, dem Sterbewilligen die für den Freitod notwendigen Mittel zu beschaffen oder ihm den Zugang zu ermöglichen.

Des Weiteren prüfte der Verfassungsrechtler folgende Sachlage: Würde ein Patient mit dieser Ausnahmeerlaubnis des BfArM für das tödliche Arzneimittel in eine Apotheke kommen und die Substanz kaufen wollen, müsse der Apotheker dieses Medikament dann an ihn verkaufen? Laut Di Fabio ist die Gesetzeslage nicht ganz geklärt, es gebe noch offene Fragen, doch spricht vieles dafür, dass der Apotheker die Abgabe dieses Medikament verweigern dürfte. Er weist u.A. auf den Berufsethos der Apotheker hin, der den Apotheker dem Schutz der Gesundheit und nicht dem Schutz der Selbstbestimmung eines Suizidwilligen verpflichtet. Hinzu kommt die gesetzlich geschützte Gewissensfreiheit und zudem bestünde die Gefahr  einer möglichen Strafbarkeit nach § 217StGB.

Aufgrund dieser Rechtslage empfiehlt Di Fabio dem Bundesgesundheitsminister einen Nichtanwendungserlass herbeizuführen, bis der Gesetzgeber für eine Klarstellung zu dem gesamten Themenkomplex gesorgt hat. Eine weitere Möglichkeit wäre, nach Auffassung des Gutachters, dass die Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag auf Normbestätigung stellt. Das würde bedeuten, das Bundesverwaltungsgericht habe seine Grenzen verfassungskonformer Auslegung überschritten.

Das gesamte Gutachten können sie  hier nachlesen.

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