Projektbericht vorgelegt
SABD-Fam – Spezialisierte ambulante Begleitung von Menschen mit Demenz

In Deutschland leben die meisten Menschen mit Demenz in der eigenen Häuslichkeit und werden überwiegend von Angehörigen betreut. Diese tragen eine hohe Sorgeverantwortung, die oft mit psychischen und physischen Belastungen verbunden ist. Um dem präventiv entgegenzuwirken, sind niedrigschwellige, bedarfsgerechte Unterstützungsangebote essenziell, um häusliche Versorgungsarrangements langfristig stabil zu halten.

Zielsetzung des Modellprojekts SABD-Fam 

Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie (Maßnahme 2.8.2 „Stärkung von psychosozialer Beratung“) wurde das Modellprojekt SABD-Fam entwickelt. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu entlasten, die Stabilität der häuslichen Versorgung zu fördern und ein systemisches, niedrigschwelliges Unterstützungsangebot bereitzustellen. Das Modellprojekt SABD-Fam wurde vom Malteser Hilfsdienst e. V. initiiert und finanziert sowie im Rahmen von zwei Teilprojekten im Auftrag der Malteser durchgeführt. Die Projektlaufzeit wird mit 1. November 2023 bis 30. April 2025 angegeben.

Das 1×1 der Palliativen Geriatrie

12,90 

inkl. MwSt.
zzgl. Versandkosten

ISBN 9 783946 527497

Kernkomponenten von SABD-Fam 

Das Versorgungskonzept besteht aus drei aufeinander abgestimmten Bausteinen:

  1. Kontinuierliche, spezialisierte Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Familien durch wissenschaftlich weitergebildete Fachberaterinnen Demenz in der Häuslichkeit.
  • Einrichtungsbezogene Fallbesprechungen, moderiert durch Fachberaterinnen Demenz, für Mitarbeitende in der ambulanten Pflege mit Fokus auf komplexe Versorgungssituationen.
  • Interdisziplinäre Fallbesprechungen in einem Fachteam Demenz, bestehend aus Expert:innen der Medizin, Psychotherapie, Sozialen Arbeit und Pflege.

Projektstruktur und Umsetzung 

  1. Teilprojekt 1: Partizipative Entwicklung und modellhafte Erprobung des Unterstützungsangebots; wissenschaftliche Leitung: Dr. Doris Arnold (HWG Ludwigshafen). Umsetzung in Malteser-Einrichtungen in Nord-Ost-Württemberg.
  2. Teilprojekt 2: Prozessevaluation zur Analyse von Implementierung, Akzeptanz und Übertragbarkeit; wissenschaftliche Leitung: Dr. Bernhard Holle (DZNE Witten).

Vorarbeiten und fachliche Grundlagen 

  • Das Konzept knüpft an das BMBF-Projekt E hoch B – Pflege und Gesundheit (2014–2020) an, in dessen Rahmen der Zertifikatskurs „Versorgungsstrategien und psychosoziale Unterstützung für ein Leben mit Demenz zu Hause“ entwickelt wurde.
  • In Ideenworkshops wurden erweiterte berufliche Rollen für Pflegefachpersonen entworfen, die eine kontinuierliche Begleitung, Beratung und Wissensmultiplikation in Pflegeteams ermöglichen.
  • Die Projektlinie SoCA (Stability of Care Arrangements) lieferte die theoretische Grundlage zur Stabilität häuslicher Versorgungsarrangements.

Bedeutung und Ausblick 

SABD-Fam bietet ein innovatives, systemisch ausgerichtetes Versorgungsmodell, das pflegende Angehörige nachhaltig unterstützt und die Stabilität von häuslichen Pflegearrangements stärkt. Durch die Kombination aus kontinuierlicher Fachbegleitung, interdisziplinären Strukturen und praxisnaher Evaluation bildet das Projekt die Basis für eine zukünftige Wirksamkeitsevaluation und die mögliche Integration in die Regelversorgung.

Zum weiterlesen

Download: Projektbericht „Spezialisierte ambulante

Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Familien“ (SABD-Fam)

https://www.malteser.de/fileadmin/Files_sites/Regionen/BW/Rottenburg-Stuttgart/Ellwangen/SABD-Fam_Abschlussbericht_TP1__TP2.pdf#page=19

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