Ihre Erfahrung beim „Sterben im Strafvollzug“ ist gefragt!
In Ihrem Arbeitsalltag in Hospizen, SAPV-Teams und auf Palliativstationen sind sie tagtäglich daran beteiligt, Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Doch wie sieht diese Versorgung aus, wenn die Betroffenen im Strafvollzug, im Gefängnis sind? Das Sterben im Strafvollzug ist in Deutschland noch immer eine weitgehend unsichtbare Realität – und genau das möchte ein neues Forschungsprojekt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ändern.
Seit dem 1. März 2026 läuft am dortigen Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin das Projekt „ARREST – Sterben im Strafvollzug“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefanie Stiel und Dr. Malte Klemmt. Das Ziel: Die Erfahrungen schwerkranker Inhaftierter und die reale Versorgungslandschaft systematisch zu erforschen.
Erfahrungen aus der Praxis sind hilfreich
Dass hier akuter Handlungsbedarf besteht, zeigen die wissenschaftlichen Untersuchungen von Prof. Dr. Susanne Fleckinger(Jade Hochschule) und Prof. Dr. Henning Schmidt-Semisch (Universität Bremen) aus ihrer Studie „Sterben braucht ganz viele Ausnahmen“:
- Wachsender Bedarf: Durch den demografischen Wandel altert die Gefängnispopulation rasant – rund 16 % der Inhaftierten sind bereits über 50 Jahre alt. Schwere Erkrankungen und Sterbefälle in Haft nehmen massiv zu.
- Systemkonflikt: Das gesellschaftliche Ideal eines „guten, selbstbestimmten Sterbens“ prallt im Gefängnis auf ein hochgradig restriktives, sicherheitsorientiertes System.
- Die Erkenntnis: Eine würdevolle Versorgung am Lebensende gelingt im Strafvollzug nur dort, wo starre Regeln gebrochen werden – „Sterben braucht ganz viele Ausnahmen“.
Genau an diesem Punkt setzt das MHH-Projekt „ARREST – Sterben im Strafvollzug“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefanie Stiel und Dr. Malte Klemmt an. Um praxistaugliche Versorgungspfade zu entwickeln, braucht die Forschung Ihre Erfahrungen aus der Praxis!
Haben Sie in Ihrer Einrichtung schon einmal:
- Einen schwerkranken oder sterbenden Inhaftierten (z. B. auf einer JVA-Krankenstation oder durch externe Visiten) begleitet?
- Eine kürzlich entlassene Person am Lebensende palliativ versorgt?
- Als externes Palliativteam mit dem medizinischen Dienst einer Justizvollzugsanstalt (JVA)kooperiert?
Projektunterstützung:
Wenn Sie (oder Personen aus Ihren Netzwerken) solche Erfahrungen gemacht haben oder wertvolle Kontakte zu diesem Thema vermitteln können, wenden Sie sich doch bitte mit einer direkten Rückmeldung an die Projektleitung.
Hier geht es zu weiteren Informationen und den Kontaktdaten des MHH-Teams] https://www.mhh.de/allpallmed/arrest
Zum Weiterlesen:
Studienbericht: Sterben braucht ganz viele Ausnahmen. https://shorturl.at/dy88B
