Wie kann ein verantwortungsvoller Umgang mit assistiertem Suizid in Deutschland aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Susanne Kränzle, Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands, in einem aktuellen Interview mit der Frankfurter Rundschau.
Kränzle betont, dass Hospize und palliative Einrichtungen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, assistierten Suizid jedoch nicht als Teil ihres Auftrags verstehen. Gleichzeitig plädiert sie dafür, die gesellschaftliche und politische Diskussion offen und sachlich zu führen. Ihre Erfahrung aus der Praxis: Je besser hospizliche Begleitung und palliative Versorgung verfügbar sind, desto seltener werde der Wunsch nach einem assistierten Suizid geäußert.
Besonders wichtig sind ihr klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Sie spricht sich für ein geplantes Suizidassistenzregister aus und fordert darüber hinaus eine Dokumentationspflicht sowie ein Monitoring von Sterbehilfe-Vereinen. Dadurch könnten Transparenz geschaffen und mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden. Auch die teilweise überhöht hohen Kosten von Angeboten der Suizidassistenz sieht sie kritisch.
Gleichzeitig lenkt Kränzle den Blick auf ein Thema, das aus ihrer Sicht noch dringlicher ist: eine verlässliche und ausreichend finanzierte Suizidprävention. Hospiz- und Palliativarbeit leisteten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie Menschen bis zuletzt begleiten und ihnen zeigen, dass Würde, Fürsorge und Nähe auch am Lebensende erfahrbar bleiben.
Zum Weiterlesen:
Das vollständige Interview „Hospizchefin fordert klare Regeln für assistierten Suizid und verlässliche Suizidprävention“ erschien am 19. Juni 2026 in der Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/politik/hospiz-verband-fordert-dokumentationspflicht-fuer-sterbehilfe-vereine-94359749.html
