Aufruf zur Teilnahme an der Umfrage zu Assistenz bei der Selbsttötung
Seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 ist die Suizidassistenz in Deutschland rechtmäßig, sofern der Entschluss zur Selbsttötung freiverantwortlich getroffen wird. Die Praxis entwickelt sich jedoch weitgehend unreguliert, und die Zahl der assistierten Selbsttötungen steigt kontinuierlich. Neben medizinischen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen treten auch wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund, wodurch die Notwendigkeit von klaren Strukturen und Schutzkonzepten noch dringlicher wird.
Um ein wissenschaftlich fundiertes Bild dieser Entwicklung zu gewinnen, hat das Forschungsnetzwerk Suizidassistenz einen Fragebogen entwickelt. Der Titel lautet: Bericht- und Lernsystem „Anfragen und Praxis bezüglich Assistenz bei der Selbsttötung“. Dort werden seit November 2024 anonymisierte Fallberichte gesammelt, die wertvolle Einblicke in die Hintergründe, Entscheidungsprozesse und praktischen Abläufe der Suizidassistenz geben. Besonders wichtig ist die Analyse von Themen wie:
- Prüfung der Freiverantwortlichkeit, insbesondere bei psychischen Erkrankungen
- Zeitspannen zwischen Anfrage und Durchführung
- Einbindung palliativmedizinischer und psychotherapeutischer Expertise
- Auswirkungen auf An- und Zugehörige
Ihre Erfahrung ist entscheidend!
Wenn Sie seit dem 1. November 2024 Anfragen zur Suizidassistenz erhalten oder selbst Suizidassistenz geleistet haben, laden wir Sie herzlich ein, an der Umfrage teilzunehmen. Ihre anonymisierten Angaben helfen, die Grundlage für ein verantwortbares Vorgehen zu schaffen, das die Selbstbestimmung respektiert und zugleich Schutz bietet.
Website: https://www.forschungsnetzwerk-suizidassistenz.de
Zur Umfrage: https://umfrage.uni-halle.de/998539?newtest=Y&lang=de
Kontakt:
Prof. Dr. med. Jan Schildmann, M.A.
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Email: info@forschungsnetzwerk-suizidassistenz.de
Prof. Dr. Jan Schildmann, Prof. Bernd Alt-Epping, Prof. Dr. Georg Marckmann,
Prof. Dr. Thomas Pollmächer, Prof. Dr. Alfred Simon
