Beschreibung
Bundes-Hospiz-Anzeiger 4/2026
am 27. und 28. April 2026 kamen in Berlin knapp 90 Kolleg*innen aus allen Bundesländern zusammen, um gemeinsam zu erarbeiten, wie Dienste und Einrichtungen der Hospizarbeit, Palliativversorgung und Trauerbegleitung auch mit überschaubaren Mitteln und wenig Personal wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit gestalten können. Unter dem Motto „Mit wenig viel erreichen“ fand die mittlerweile 11. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit statt – zum ersten Mal an zwei Tagen in Präsenz. Nach einem Online-Format im Vorjahr war die Freude über das Wiedersehen deutlich zu spüren. In der Bank für Sozialwirtschaft erwartete die Teilnehmer*innen ein dichtes Programm aus Impulsen, Vorträgen und praxisnahen Workshops. Die Journalistin und KI-Enthusiastin Bettina Blass zeigte, wie sich Kommunikationsarbeit mit Künstlicher Intelligenz effizienter gestalten lässt. Ilona Aziz von visuellkommunizieren. de führte in die Feinheiten der Fotografie mit dem Smartphone ein, und Susanne Bietz, Fundraiserin bei Brot für die Welt, machte anschaulich klar, dass es in der Natur der Menschen liegt, eine gute Sache unterstützen zu wollen – man müsse nur zu fragen wissen. Im Anschluss an die Impulse stand das inzwischen etablierte Format Good Practice im Mittelpunkt. Fünf Kolleg*innen stellten Projekte aus ihrer alltäglichen Arbeit vor: Jala El Jazairi von der Zentralen Anlaufstelle Hospiz (ZAH) des Unionhilfswerks Berlin berichtete von der Kooperation „Begleitung am Lebensende“ mit dem Verein Migrantas e. V., die diversitätssensible Hospizarbeit und Palliativversorgung sichtbar macht. Denise Kirsch von der Koordinierungsstelle Hospiz und Palliativarbeit Hamburg stellte eine Postkartenkampagne zur Ehrenamtsgewinnung in der Kinderhospizarbeit sowie das Kartenspiel „Nachgefragt“ vor, das Familien und Freundeskreise ins Gespräch über Leben, Sterben, Tod und Trauer bringt. Annika Fritzsche vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln erzählte, mit wie viel Offenheit Kinder und Jugendliche bei der „KölnerKinderUni“ und dem WDR-Aktionstag „Türen auf mit der Maus“ Fragen zu Krankheit, Sterben, Tod und Trauer stellten. Angie Woicke präsentierte das Festival der Endlichkeit, mit dem das Palliativnetz Travebogen gemeinsam mit zahlreichen Partner*innen seit 2023 eine Woche voller informativer und kreativer Veranstaltungen gestaltet. Und Karsten Holling, Hospizleiter des St. Josef Hospiz in Torgau, zeigte, wie er auch in einer sächsischen Kreisstadt mit rund 20.000 Einwohner*innen auf die Woche der Hospizarbeit aufmerksam macht. Das Fazit der Teilnehmer*innen am Ende der Tagung: Gute Öffentlichkeitsarbeit braucht kein großes Budget – aber Ideen, Experimentierfreude und Enthusiasmus. Von all dem war unglaublich viel vorhanden. Ich bedanke mich herzlich bei unseren Referentinnen und allen Kolleginnen und Kollegen, die mit ihrem Input die Tagung und unsere Arbeit bereichert haben. Für alle, die nicht dabei sein konnten, versammelt das vorliegende Heft Texte zu den vorgestellten Good-Practice-Beispielen – zur Information und zur Inspiration. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele Impulse für die eigene Praxis.
Ihre Angela Hörschelmann
