Beratung und Begleitung Angehöriger in der Palliative Care

„Schon wieder die Tochter! Die hat uns gerade noch gefehlt!“

Bewohner von Pflegeheimen, gerade in der letzten Lebensphase, aber auch deren Angehörige bedürfen nicht nur unserer Beachtung, es gehört zu den Aufgaben Pflegender und Begleitender, auch die Angehörigen mit zu betreuen und zu begleiten.

Angehörige „nerven“ aus ganz unterschiedlichen Gründen. Das können Schuldgefühle, Ängste vor dem nahenden Tod oder Unwissenheit, um nur einige zu nennen, sein. Es gilt, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen und eine adäquate Begegnung mit den Angehörigen zu suchen. Eine umsorgende Grundhaltung gegenüber Betroffenen und Angehörigen verändert die Begleitung. Gemeinsame Menschlichkeit, eine wohlwollende Grundhaltung der Begleiter gegenüber schafft einen Rahmen, in dem Beratung und Begleitung gelingen kann.

 

Rainer Teufel stellt in seinem Buch praxisnah verschiedene Beratungsmodell vor und zeigt Schritt für Schritt auf, wie eine gelingende Begleitung auch der Angehörigen gelingen kann.

Doch eines sollte immer gegenwärtig sein: Auch kleine Dinge können in einer schwierigen Situation Großes bewirken.

 

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Neue Ausgabe der Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie

 

Soeben erschienen: die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift für palliative Geriatrie mit dem Schwerpunkt Angehörig sein.

Angehörige von Bewohnern im Altenpflegeheimen können teilweise auch als anstrengend empfunden werden. In ihrem Fallbeispiel berichtet Marina Kojer von einer solchen Situation und vor allem von der Reaktion des Pflegeheimes – Lösungen sind möglich.

 

Georg Bollig hat in einer Untersuchung erstaunliches festgestellt: Bewohner in Pflegeheimen gehen davon aus, dass ihre Angehörigen ihre Wünsche für das Lebensende kennen, aber nur wenige haben mit ihren Angehörigen darüber gesprochen. Die Angehörigen wiederum meinen oftmals die Wünsche des Familienmitglieds im Pflegeheim nicht gut genug kennen. Was tun? Georg Bollig berichtet aus seiner Praxis.

 

Pflegende Angehörige – es wird in letzter Zeit viel über sie gesprochen, doch vor welchen Herausforderungen stehen sie und wer kann sie unterstützen, wer kann ihnen helfen? Diesen Fragen gehen Bettina Ugolini und Tanja Segmüller in ihren Beiträgen nach.

 

Auch pflegende Angehörige kommen zu Wort; Eva Niedermann und Alois Erlacher berichten aus ihrem Alltag.

 

Carmen Birkholz und Alexandra Hieck nehmen in ihren Beiträgen die Selbstsorge der pflegenden Angehörigen in Ihr Blickfeld.

 

Und zu guter Letzt unser wertvoller Pflegetipp von Gerda Schmidt.

 

Interessiert? Dann heute noch bestellen.

 

Wir wünschen Ihnen eine gute Lesezeit.

Selbstsorge in der Pflege

 

 

Die Arbeit in einem Pflegheim ist Schwerstarbeit, die Belastungen sind hoch – manchmal auch zu hoch. Verschärft wird die Situation durch den Fachkräftemangel. Die Sorge um die Pflegerinnen und Pfleger kommt oftmals zu kurz – leider. Nun gibt es ein Modellprojekt zur Prävention für Bewohner und Beschäftigte stationärer Pflegeeinrichtungen.

 

PROCARE, ein gemeinsames Projekt von sieben Hochschulen und der Techniker Krankenkasse, möchte dem Abhilfe schaffen. Im Vordergrund stehen konkrete Maßnahmen wie Ergonomie-Schulungen und sportliche Aktivitäten für die Mitarbeiter auf der einen Seite und Förderungen körperlicher Aktivität, Kognition und psychosozialer Gesundheit der Pflegebedürftigen auf der anderen Seite. Das Projekt soll nun nach drei Jahren erste Ergebnisse vorlegen und vor allem fundierte Daten und Erkenntnisse für die Präventionsarbeit bei Mitarbeitern und Bewohnern liefern.

 

Ein Demenzdorf in Hohenroda

 

 

Manchmal wissen wir in der Redaktion auch nicht, ob wir über eine Nachricht lachen oder weinen sollen. So erging es uns bei einer Nachricht aus Hohenroda in Hessen. Aber nun der Reihe nach:

Hohenroda besaß seit 1967 einen Tierpark, der von verschiedenen Besitzern mit unterschiedlichen Schwerpunkten betrieben wurde. 2011 wurde beschlossen dieser Anlage in einen Zoo mit pädagogischem Ansatz umzugestalten. Zu diesem Zwecke wurden Raubkatzen dort gehalten, wogegen die Anwohner klagten. Das Gesetz stand auf Ihrer Seite, Raubkatzen dürfen in einem Wohn- und Mischgebiet nicht gehalten werden. Das führte schließlich 2014 zum Aus für den Tierpark. Das Gelände ist seitdem verwaist.

Nun suchte die Gemeinde nach einer neuen Nutzung es Gebietes und da entstand die Idee für das Gelände – ein Demenzdorf soll es werden. Geplant sind 50 bis 60 Wohneinheiten in einer nach außen geschlossenen Siedlung – mitten im Ort. Wehe dem, der Böses denkt.

Ein Investor scheint gefunden und die Bewohner des Ortes erwarten Arbeitsplätze, Besucher und eine Wiederbelebung des Ortes. Und eine Anwohnerin trauert immer noch dem Tierpark nach…

Einen kleinen Bericht dazu finden Sie im Internet unter: https://www.hessenschau.de/tv-sendung/video-52090.html

Der Bundes-Hospiz-Anzeiger mit dem Schwerpunkt Die Hausärztin/der Hausarzt ist soeben erschienen.

 

 

Mehr als die Hälfte aller Menschen möchten zuhause sterben, aber nur ca. 23% versterben tatsächlich zuhause. Um mehr Menschen ein Sterben zuhause zu ermöglichen, dazu hat das neue HPG bereits einiges verbessert. Nun geht es darum, dies umzusetzen und weiterzuentwickeln.

 

Ein Interview mit der Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes betont wie wertvoll die langjährige Beziehung zwischen Patient und Hausarzt für die Begleitung im hohen Alter und im Sterben sei.

 

Vorgestellt wird ein Modelprojekt zur Allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) in einer Gemeinde im Saarland. Ziel war es, dem Wunsch der Menschen zu entsprechen, in ihrer gewohnten, häuslichen bis zuletzt leben zu können.

Und eine „Landärztin“ berichtet über ihre Arbeit und vor allem über ihre Zusammenarbeit mit der SAPV bei „ihren“ Patienten, die palliativ zuhause versorgt werden können.

 

Neben dem Schwerpunkt berichten wir über die Schreibtherapie und den Letzte-Wünsche-Wagen. Und wir interviewen zwei interessante Menschen: Frau Öxler spricht über das Thema Spiritualität und Frank Ostaseski berichtet im letzten Teil seines Interviews von seinen Erfahrungen mit sterbenden Menschen aus Sicht und Überzeugung eines Zen-Buddhisten.

 

Interessiert? Dann bestellen Sie den aktuellen Bundes-Hospiz-Anzeiger noch heute.

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Hospiz Esslingen

 

 

Das Hospiz Esslingen und die Ev. Gesamtkirchengemeinde Esslingen sind mit dem Paul-Lechler-Preis 2018 für Ihr Projekt „Letzte Fragen: Esslingen im Dialog“ ausgezeichnet worden.

Das Projekt soll Menschen ins Gespräch über das Sorgen füreinander bringen. Es sollen Räume geschaffen werden, in denen Platz ist für das Erzählen, aber auch Platz für das absichtslose und vertiefte Zuhören. Die Lebenserfahrung der Bürgerinnen und Bürger soll im Vordergrund stehen… und neue Netzwerke sollen entstehen.

Die Lechler-Stiftung, 1875 von Paul Lechner im Alter von damals 26 Jahren gegründet, unterstütze Arme und Bedürftige. Paul Lechler legte fest, dass 10% seines Unternehmensgewinns in diese Stiftung fließen sollen, dies hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Bis heute unterstützt die Stiftung sozial-karitative und kirchliche Projekte in Baden-Württemberg mit ca. 2 Mio. € im Jahr.

Wissenschaftlich unterstützt wird das Projekt von Prof. Dr. Andreas Heller (Universität Graz) und Dr. Patrick Schuchter (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wien)

Anhaltende Trauerstörung als Diagnose

 

 

Die Internationale Statistische Klassifikation von Krankheiten der WHO (International Statistical Classification for Diseases, ICD-11) soll erneuert werden. Dabei wird die Aufnahme der anhaltenden Trauerstörung als Diagnose diskutiert.

Drei ForscherInnnen der Humboldt-Universität Berlin haben nun mit Hilfe einer Online-Befragung bei 2088 deutschsprachigen Fachleuten aus den betroffenen Bereichen danach gefragt, wie sie diese Klassifizierung beurteilen.

Mehr als 40% waren der Ansicht, dass diese Neuregelung, also die Einstufung als mögliche Krankheit, mehr Vor- als Nachteile bringe. Mehr als 30% sahen es genau anders herum. Knappe 25% meinten, dass sich Vor- und Nachteile gegeneinander aufwiegen.

Damit es als Krankheit diagnostiziert werden kann, muss die Tauerstörung mindestens seit sechs Monaten bestehen. Die Umfrageteilnehmer empfanden diesen Zeitraum zu 11% als passend, hingegen 49,2% stimmten für einen Zeitraum von 12 Monaten.

Nähere Informationen finden Sie im Newsletter – Trauerforschung im Fokus unter:

www.trauerforschung.de

Der Newsletter wird von IBBE e.V. betrieben und enthält, kostenlos und werbefrei, Aktuelles aus der internationalen Trauerforschung.

 

Sterbehilfeurteile und kein Ende

 

Ja, es nimmt kein Ende, aber warum? Ein neues Urteil sorgt wieder für Aufsehen. Ein Berliner Arzt stand vor Gericht wegen „Suizid-Hilfe“. Was ging dem voraus? Christoph Turowski, Facharzt für Innere Medizin im Ruhestand, „half“ seiner 44-jährigen, langjährigen Patientin Anja D. Sie litt seit fast 30 Jahren am Reizdarmsyndrom. Das bedeutete für die Patientin u.a. permanente Magen- und Darmschmerzen und –krämpfe, Erbrechen, Übelkeit, Blähungen, Verstopfung. Bis heute findet man keine körperliche Ursache und keine ursächliche Therapie, aber die Beschwerden können gelindert werden. Laut Apotheken-Umschau „ist ein Reizdarm nicht gefährlich, nicht lebensbedrohlich und verkürzt auch nicht die Lebenserwartung.“

Aufgrund der Erkrankung zerbrachen zwei Ehen, die Patientin vereinsamte. Der Arzt berichtete vor Gericht, dass seine Patientin in den vergangenen 30 Jahren fünf Suizidversuche unternommen hatte und sie ihm damit drohte, sich vor den Zug zu werfen. „In so einer Situation kann man einen Menschen doch nicht alleine lassen. Ich habe aus ärztlichem und christlichem Gewissen gehandelt,“ so der Arzt weiter.

Der Arzt verschrieb seiner Patientin zwei Rezepte mit Schlafmitteln, die, gemeinsam genommen, zum Tode führen würden. Anja D. schluckte die Tabletten und schickte dann eine SMS an Ihren Arzt mit dem Wortlaut: „Alles geschluckt, Danke.“ Der Arzt hatte mit seiner Patientin vereinbart, sie mehrfach zuhause aufzusuchen und nach ihr zu schauen. Das tat er auch, erstmals eineinhalb Stunden nachdem sie die Tabletten geschluckt hatte. Er fand sie bewusstlos vor, neben dem Bett lagen drei Abschiedsbriefe. In den nächsten Tagen besuchte er sie mehrfach, nach drei Tagen starb die Patientin. Der Arzt stellte den Totenschein aus, Todesursache: Herzversagen, Nierenversagen, Tablettenintoxikation. Im Krematorium in Hennigsdorf wurde die gesetzliche vorgeschriebene, zweite Leichenschau durchgeführt. Der dortige Arzt benachrichtigte aufgrund der im Totenschein angegebenen Todesursache die Kriminalpolizei.

Die Frage der Staatsanwaltschaft war nun: Tötung auf Verlangen oder nicht? Die Staatsanwaltschaft sah einige Tatbestände erfüllt. So führte sie an, dass die Patientin seit Jahren psychisch krank gewesen sei, der Arzt Mutter und erwachsenen Sohn unzulässig von der Rettung abgehalten habe und ein weiterer Punkt war eine Injektion, die die Patientin vor oder nach der Einnahme der Tabletten erhalten hatte. Wer gab Anja D. diese Injektion, die ein Erbrechen verhindern sollte? Die Staatsanwaltschaft vermutete, dass der Arzt diese gegeben habe und somit Tötung auf Verlangen vorliege. Der Arzt bestritt das.

Der Prozess endete mit einem Freispruch. Viele Fragen bleiben offen.

Ehrenamt – das Thema der nächsten Ausgabe der hospiz zeitschrift

Winfried Hardinghaus

Mit dem Ehrenamt hat alles angefangen – damals, aber wo stehen wir heute? Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV e.V., gibt einen guten Überblick, wo wir herkommen, wo unsere heutigen Herausforderungen liegen und wie wir die Zukunft bewältigen können.

 Verena Begemann

Verena Begemann von der Hochschule Hannover forscht seit vielen Jahren zum Thema Ehrenamt im Hospiz. In dieser Ausgabe der hospiz zeitschrift veröffentlicht sie neueste Ergebnisse ihrer Forschung. Ehrenamtliche nahmen hier zu verschiedensten Aussagen eine Selbsteinschätzung vor. Z.B.: Was empfinden Ehrenamtliche als besonders schwierig? Lesen Sie mehr dazu in Begemanns Beitrag.

 Leena Pelltari

Auch auf Europa-Ebene tut sich viel – Leena Pelltari vom Dachverband Hospiz Österreich berichtet über die vielschichtigen Aktivitäten des Europäischen Vereinigung für Palliative Care (EAPC) zum Thema Ehrenamt – in unseren verschiedenen Kulturen – mit einem gemeinsamen Ziel.

Susanne Kränzle, Kai Puhlmann, Josef Raischl, Erich Lange und Anja Schneider

Wir befragten fünf Menschen, die in ihrer täglichen Arbeit seit vielen Jahren mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten nach den Veränderungen, die sie bei den Ehrenamtlichen wahrnehmen. Was hat sich getan und was könnte auf uns zukommen? Wir haben interessante Antworten erhalten.

Karin Caro

Dabei stellt sich nicht nur die Frage was sich verändert hat, sondern auch warum es sich verändert hat. Das wird in unser Denken und unser Verständnis von Ehrenamt einfließen müssen; ein Beitrag von Karin Caro.

Kathrin Hermes, Hans Overkämping und Hussam Khoder

Aber auch die Ehrenamtlichen selbst müssen zu Wort kommen. Wir haben mit drei Ehrenamtlichen aus verschiedenen Bereichen, mit unterschiedlichem Hintergrund aus unterschiedlichen Zeiten gesprochen mit einem gemeinsamen Ziel.

Friedemann Nauck und Kathrin Heiß

Ehrenamtliche Begleitung im Krankenhaus, wie geht das? Friedemann Nauck und Kathrin Heiß haben die speziellen Anforderung, die im Krankenhaus herausgearbeitet und werden nun mithilfe eines eigens dafür entwickeltes Curriculum Ehrenamtliche Begleiter im Krankenhaus ausbilden.

 Gerda Graf

Im letzten Jahr wurde die Handreichung zur qualifizierten Vorbereitung von Ehrenamtlichen des DHPV e.V. neu überarbeitet. Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des DHPV e.V., stellt sie uns vor und arbeitet das Wesentliche heraus.

Werner Schneider und Thomas Klie

Last but not least: Ein Interview mit Thomas Klie und Werner Schneider. Beide arbeiten an einem breit angelegten Projekt, das erstmals wissenschaftlich relevante Fragen der Ehrenamtlichkeit im Hospiz beleuchten soll. Welchen Themen sich die Wissenschaftler widmen, können Sie in dieser Ausgabe lesen.7

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Soeben in der Reihe Palliative Care für Einsteiger erschienen: Spiritualität

 

„Mein Ziel in diesem Buch ist, etwas mit Worten zu ertasten,
für das es eigentlich keine Worte gibt.“ Edith Öxler

Und das ist ihr wahrhaft gelungen, Spiritualität nicht nur verständlich, sondern auch lebbar zu machen.

 

Am Anfang steht die Frage: Was ist Spiritualität? Edith Öxler gibt hier sehr anschauliche und eingängige Antworten, die hilfreich für unser Verstehen sind. Anhand vieler praktischer Beispiele schafft sie es, den Leser für die spirituellen Anliegen der Betroffenen zu sensibilisieren und darüber hinaus vermittelt sie eindrücklich, wie wir damit auch ganz praktisch umgehen können.

Doch dies betrifft nicht nur den Sterbenden, Edith Öxler befasst sich auch ausgiebig mit der Selbstsorge, die in der Begleitung unverzichtbar ist. Abschließend geht die Autorin darauf ein, wie unterschiedliche Berufsgruppen mit dem Thema der spirituellen Begleitung umgehen können.

Dieses Buch ist wertvoll für jede Begleitung.

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Peter Müller und das Bundesverfassungsgericht

 

BVR Müller, Bundesverfassungsgericht Zweiter Senat

Peter Müller, Jahrgang 1955, war von 1999 bis zum August 2011 Ministerpräsident und in den letzten Jahren seiner Amtszeit auch Justizminister des Saarlandes. In dieser Zeit hat Müller sich mehrfach eindeutig gegen jede Form der aktiven Sterbehilfe ausgesprochen und hatte bereits 2006 dazu einen Gesetzesentwurf in den Bundesrat eingebracht. Der Entwurf fand damals keine Mehrheit. Das 2015 beschlossene Gesetz, der umstrittene § 217 Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung, bezieht sich laut Verfassungsgericht mehrfach auf die Initiative des von Müller damals in den Bundesrat eingebrachten Gesetzesinitiative.

Das Bundesverfassungsgericht soll nun in diesem Jahr über die Rechtmäßigkeit eben dieses Gesetzes entscheiden. Der zweite Senat des Verfassungsgerichtes hat deshalb eine weitere Entscheidung treffen müssen: Peter Müller ist aufgrund seiner damaligen, eindeutigen Positionierung zum Thema Sterbehilfe mit „Besorgnis der Befangenheit“ einzustufen und aufgrund dessen darf er nicht bei diesem Verfahren mitwirken. In der Begründung des Senats heißt es weiter: Müller habe „sowohl den politischen Anstoß für das Gesetzgebungsverfahren gegeben als auch das Gesetzgebungsverfahren förmlich initiiert“.

Ganz besonders wies das Gericht aber auch darauf hin, dass es bei der „Besorgnis der Befangenheit“ es sich nicht darum handle, ob ein Richter tatsächlich befangen ist, sondern dass der Verfahrensbeteiligte (Peter Müller) Anlass haben könnte, dass an der Unvoreingenommenheit des Richters Zweifel möglich sind.

Hospiz oder Bäume

Das Katharinen-Hospiz in Flensburg möchte gerne wachsen und dafür wird ein Anbau für 12 Betten an das bereits bestehende Katharinen-Hospiz am Park notwendig. Doch nun gibt es Gegenwind von BUND und dem Verschönerungsverein, denn „am Park“ bedeutet, dass das Hospiz am Christiansenpark liegt. Diese Grünanlage gehört zu den schönsten und ältesten Grünanlagen der Stadt. Aufgrund dieser Tatsache wurde der Park als Naturschutzdenkmal eingestuft. Man sich nicht einig, wie viele Bäume nun dieser Erweiterung zum Opfer fallen würden. Die Gegner sehen bis zu 25 Bäume gefährdet, das Hospiz widerspricht, es würden nur wenige, aber kranke Bäume gefällt. Sollte es nach den Gegnern gehen, müsste sich das Hospiz einen neuen Standort suchen, das aber möchte das Hospiz nicht. Die Oberbürgermeisterin sieht die Brisanz der Auseinandersetzung, eine Untersuchung läuft…

Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie

Unsere Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie mit dem Schwerpunkt: Sterben wünschen.

Sterben wünschen ist ein ernstes, ein heikles Thema. Darüber spricht man nicht? Wir sprechen darüber. Warum wünschen sich Menschen den Tod herbei? Wer befasst sich mit diesen Todeswünschen? Wir haben uns des Themas praxisnah angenommen.

Wie kann die Pflege, wie kann der Einzelne im multiprofessionellen Team mit diesen (Todes-) Wünschen umgehen und wie können gute und sorgende Antworten gefunden werden? Wir sprechen darüber, multiprofessionell, über Ländergrenzen hinweg.

Und wir stellen uns auch unangenehmen Fragen und Situationen, denn oftmals ist es nicht der Ruf nach dem Sterben sondern es ist der Hilfe-Ruf, so möchte ich nicht mehr leben.  Wie gehen wir damit um? Was können wir verändern?

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Der neue Bundes-Hospiz-Anzeiger

Soeben erschienen: die erste Ausgabe des Bundes-Hospiz-Anzeigers in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke

 

Eine gute Versorgung kann nur gelingen, wenn auf regionaler Ebene stabile Netzwerke entstehen. Dabei können Städte und Kommunen eine entscheidende Rolle spielen.

In dieser Ausgabe werden die diesjährigen Preisträger des DHPStiftungspreis vorgestellt, drei regionale Netzwerke stellen ihre Arbeit vor.

In einem Interview sprechen Vertreter vom Deutschen Städtetag und vom Deutschen Landkreistag, beide Mitglieder im Begleitgremium der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung, über Kommunen als wichtiges Bindeglied in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und welche Beiträge von den Kommunen geleistet werden können.

Was ist eine tour de palliativ? Wir stellen sie Ihnen vor und vielleicht regt es Sie an, in Ihrer Region über eine eigene tour de palliativ nachzudenken.

Bildungs-Gut Hospiz – Anfang Februar fand in Berlin das 3. Symposium zu diesem Thema statt. Worum geht es? Von Anbeginn war es der Hospizbewegung wichtig, das Thema Sterben, Tod und Trauer wieder in die Gesellschaft zurückzutragen. Bildungs-Gut Hospiz möchte sich mit diesem Gedanken an Kinder und Jugendliche wenden, möchte mit Kitas und mit Schulen ins Gespräch kommen, um entsprechende Projekte dort etablieren zu können.

Last but not least: der zweite Teil des Interviews mit Frank Ostaseski, dem Begründer des ersten buddhistischen Hospizes in Los Angeles (USA). Dieses Mal mit einem besonderen Geschenk: Frank Ostaseski, unser Interviewpartner und der Autor des Buches „Die fünf Einladungen“ möchte seine Einladungen mit Ihnen teilen. Deshalb erhalten die ersten 100 Einsendungen ein kostenfreies Exemplar für Sie oder für Ihr Hospiz.

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„Langfristig ist eine Verdoppelung unser Ziel.“

Bayern will stationäre Palliativbetten in Pflegeheimen und Kliniken ausbauen

Auf der ersten Jahrestagung zur Hospiz- und Palliativversorgung am vergangenen Mittwoch in Nürnberg sagte die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml:

„Pflegeheime sind für viele Menschen das letzte Zuhause. Hier leben sie – und hier sterben sie. Deswegen wollen wir dort mehr Versorgungsangebote im Hospiz- und Palliativbereich schaffen. Langfristig ist eine Verdoppelung unser Ziel.“

Die Ministerin erläuterte auf der von ihr ins Leben gerufenen Jahrestagung: „Zusätzlich werden wir den Ausbau stationärer Palliativbetten und weiterer palliativmedizinischer Angebote in Krankenhäusern vorantreiben, die Zahl der stationären Hospizplätze in den nächsten Jahren erhöhen und innovative Versorgungsangebote unterstützen, wie zum Beispiel Hospizwohngemeinschaften.“.

Huml ergänzte: „In den letzten Jahren haben bewährte kirchliche, freie und kommunale Träger eine Vielzahl hospizlicher und palliativmedizinischer Angebote in ganz Bayern geschaffen. Diese Vielfalt wollen wir erhalten und potentielle Träger bei der Schaffung neuer Versorgungsangebote unterstützen.“

Das bayerische Gesundheitsministerium stellt pro Jahr insgesamt 100.000 Euro für die Anschubfinanzierung von SAPV-Teams zur Verfügung. Der Auf- und Ausbau stationärer Hospize wird mit 10.000 Euro pro Hospizplatz gefördert.

Die Sterbehilfedebatte geht weiter

Das Betäubungsmittelgesetz darf in extremen Ausnahmesituationen die Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb eines Betäubungsmittels zum Zwecke der Selbsttötung nicht ausschließen. 

Im März 2017 fällte das Bundesverwaltungsgericht ein einschneidendes Urteil: Das Gericht sah es als unrecht an, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizintechnik (BfArM) sich weigerte, einer Frau, die nach einem Unfall vom Kopf ab querschnittsgelähmt war und Suizid begehen wollte, die Erlaubnis zum Erwerb eines Betäubungsmittels zum Zwecke der Selbsttötung zu erteilen. Das Gericht begründete das Urteil damit, dass in extremen Einzelfällen, der Staat nicht das Recht habe, den Zugang zu Betäubungsmitteln (in tödlicher Dosis) zu verweigern. Das Institut müsse aber vorab prüfen, ob eine unerträgliche Leidenssituation vorläge. Das Gericht hatte damit entschieden, dass das BfArM, das auf eine solche Beurteilung gar nicht ausgerichtet ist, eine Entscheidung zu fällen habe, wer sich in einer unerträglichen Leidenssituation befände und wer nicht. Beim BfArM sind laut Frankfurter Allgemeine Zeitung bereits 83 Gesuche nach der tödlichen Dosis eingegangen. Hoch brisant an diesen Fällen ist, dass ein höchstrichterliches Urteil aufgrund des wichtigen Grundsatzes der Rechtsklarheit bindend ist. Das Bundesinstitut hat jedoch in keinem dieser Fälle entschieden, hat aber aufgrund des Urteils ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

Mit einer Stellungnahme wurde der ehemalige Verfassungsrichter und bekannte Verfassungsrechtler Prof. Udo Di Fabio beauftragt, sein Rechtsgutachten wurde nun veröffentlicht. Er kam zu dem Schluss, das Urteil sei verfassungsrechtlich nicht haltbar. Laut Di Fabio bestünde keine verfassungsrechtliche Schutzpflicht, dem Sterbewilligen die für den Freitod notwendigen Mittel zu beschaffen oder ihm den Zugang zu ermöglichen.

Des Weiteren prüfte der Verfassungsrechtler folgende Sachlage: Würde ein Patient mit dieser Ausnahmeerlaubnis des BfArM für das tödliche Arzneimittel in eine Apotheke kommen und die Substanz kaufen wollen, müsse der Apotheker dieses Medikament dann an ihn verkaufen? Laut Di Fabio ist die Gesetzeslage nicht ganz geklärt, es gebe noch offene Fragen, doch spricht vieles dafür, dass der Apotheker die Abgabe dieses Medikament verweigern dürfte. Er weist u.A. auf den Berufsethos der Apotheker hin, der den Apotheker dem Schutz der Gesundheit und nicht dem Schutz der Selbstbestimmung eines Suizidwilligen verpflichtet. Hinzu kommt die gesetzlich geschützte Gewissensfreiheit und zudem bestünde die Gefahr  einer möglichen Strafbarkeit nach § 217StGB.

Aufgrund dieser Rechtslage empfiehlt Di Fabio dem Bundesgesundheitsminister einen Nichtanwendungserlass herbeizuführen, bis der Gesetzgeber für eine Klarstellung zu dem gesamten Themenkomplex gesorgt hat. Eine weitere Möglichkeit wäre, nach Auffassung des Gutachters, dass die Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag auf Normbestätigung stellt. Das würde bedeuten, das Bundesverwaltungsgericht habe seine Grenzen verfassungskonformer Auslegung überschritten.

Das gesamte Gutachten können sie  hier nachlesen.

Mängelexemplare – SALE

Und wir haben wieder unsere Mängelexemplare zusammengetragen und bieten Ihnen heute diese Bücher im Sale zum halben Preis an.

Hier geht’s zum SALE

 

Aromatherapie

 

 

Ars moriendi

 

 

Zuhause sterben

 

 

Jugra geht

 

 

Tod – kein Thema für Kinder?

 

 

Solange der Vorrat reicht.

Geschichtenkarten – jetzt im Set!

Wer uns von unseren Büchertischen kennt , kennt auch unsere beliebten Geschichtenkarten.

Es sind sinnliche, sinnige, inspirierende Geschichten vom Leben mit seinen großen Weisheiten in oft so kleinen Dingen und Ereignissen. Geschichen vom Loslassen, vom Mut, von der Klugheit, von der Weisheit, vom Teilen… Lassen auch Sie sich inspirieren oder inspirieren Sie andere – mit einer Karte und einer wundervollen Geste.

Wir haben nun 20 dieser Geschichten in einer praktischen Aufbewahrungsbox für € 20 zusammengestellt.

Überzeugen Sie sich selbst, noch heute bei uns bestellen.

Palliativkarte Schweiz

Unter https://www.palliativkarte.ch/de ist in der Schweiz ein niedrigschwelliges, digitales Angebot für Interessierte geschaffen worden. Betroffene und Angehörige können sich so gut und anschaulich informieren, wo qualitativ hochwertige Hilfe möglich ist. Auf einer Landkarte wird ersichtlich, in welchen Regionen es die einzelnen Angebote gibt und durch Anklicken der einzelnen Institutionen, wird ein erster Eindruck und wichtige, individuelle Informationen über das jeweilige Angebot gegeben. Das Projekt entstand im Frühjahr letzten Jahres, nun hat es palliativ ch übernommen. Leider gibt es in Deutschland noch kein vergleichbares Angebot.

Patientenverfügung der anderen Art

 

Die USA, Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder Trump-Land? Sicher ist, von dort kommt immer wieder Ungewöhnliches. Eine Patientenverfügung ist nur wirksam, wenn sie auch Beachtung findet. Ein Zusammenbruch im Supermarkt, der Notarzt kommt und wo ist die Patientenverfügung? Ein Szenario, oft benannt, selten gibt es eine einfache Lösung. Also warum die Patientenverfügung nicht dort anbringen, wo der Arzt sie sicher liest?

Auf der Brust – als Tattoo! Do not resuscitate, kurz DNR oder auch deutsch „nicht wiederbeleben“. Wie nun das Fachblatt „New England Journal of Medicine“ berichtete, machte das ein 70-jähriger Mann in Miami. Auf seiner Brust fanden die Ärzte das Tattoo „Do not resuscitate“ und seine tätowierte Unterschrift. Der Patient wurde mit einer lebensbedrohlichen Diagnose von einer Rettungsstelle in ein Krankenhaus eingeliefert, in welchem der Patient mit seinen Vorerkrankungen bekannt war. Dennoch waren die Ärzte ratlos und leiteten lebenserhaltende Maßnahmen ein.

Erst nach einer Absprache mit den Rechts- und Ethikbeauftragten des Krankenhauses fuhren die Ärzte nicht fort, weitere Maßnahmen einzuleiten. Der Mann starb einen Tag später. Erst nach seinem Ableben wurde die Patientenverfügung gefunden – do not resuscitate war der Wunsch des Patienten. Dennoch sagten die Ärzte einhellig, dass bei ihnen mehr Verwirrung als Klarheit bestand, sie rechtlich überfordert gewesen seien.

Was war das Problem? Eine Tätowierung ist aufwändig und nur schwer wieder zu entfernen. Deshalb wog die Frage, ob, das was da stand, noch der Wille des Patienten ist oder ob er seine Meinung geändert hatte, schwer. Anders wäre es gewesen, wenn er einen relativ neuen Notfallpass gehabt hätte, so die rechtliche Meinung, doch dann stellt sich wieder die alte Frage: Reanimieren oder nicht? Erst alle Taschen und Brieftaschen durchsuchen? Dann kann es zu spät sein.

Alt und ab ins Heim – nicht in Südtirol

 

 

Uns allen ist diese Situation bekannt: die Mutter, die Großmutter kann nicht mehr alleine zuhause leben, die Kinder und Enkel können die Versorgung der alten Dame nicht übernehmen. Was nun? Ins Altersheim? In Südtirol gibt es nun eine ganz andere Alternative – ab auf den Bauernhof. Das nennt sich in Südtirol soziale Landwirtschaft. Immer mehr kleine bäuerliche Betriebe werden zu sozialen Landwirtschaftsbetrieben und bieten u.A. Betreuungen von alten Menschen und Tätigkeiten für Menschen mit Behinderung an. Begonnen hat es mit der Gründung der Südtiroler Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen-wachsen-leben“ vor elf Jahren. Anlass war die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Mütter. Klassische Frauenaufgaben wie Alten- und Kinderbetreuung werden als Zuverdienst genutzt. Zurzeit werden 33 Altenbetreuungsprojekte angeboten. Möglich ist das, weil der bäuerliche Tagesablauf so flexibel gestaltet werden kann, dass die Bäuerin sich zusätzlich um andere kümmern kann. Die Qualifikationen erfolgen über die Sozialgenossenschaft.

 

Seit 2015 ist in Italien die soziale Landwirtschaft gesetzlich geregelt, in Südtirol soll dazu noch in diesem Jahr eine Durchführungsverordnung über den Landtag beschlossen werden. Damit sollen die oben erwähnten  Projekte sozialer Landwirtschaft den herkömmlich bekannten Sozialeinrichtungen rechtlich gleichgestellt werden. Das sorgt für Konkurrenz, denn viele empfinden ein Leben auf einem Bauernhof als attraktiver als ein Leben in einem Altenheim oder einer Behindertenwerkstatt.

Mehr dazu hier!

Physician Assistant – was ist das?

 

Der demographische Wandel ist bereits in der Bildungslandschaft angekommen. Ärztemangel in ländlichen Gegenden gibt es bereits heute. Unsere alternde Gesellschaft wird in den nächsten Jahrzehnten eine Zunahme der gesundheitlichen Behandlung nach sich ziehen. Was tun? Muss es immer gleich der Arzt sein? Viele, gerade ältere Menschen können sich noch an die Gemeindeschwester erinnern, da brauchte es nicht immer einen Arzt, heute unmöglich. Seit einigen Jahren werden nun an den Fachhochschulen Physician Assistants (ärztlicher Assistent) ausgebildet. Es ist ein acht-semestriger Studiengang und kann mit einem Bachelor beendet werden und ist damit ein akademisch medizinischer Beruf. Der Abschluss ist staatlich anerkannt und akkreditiert. Der Physician Assistant (PA) ist dem ärztlichen Dienst zugeordnet, er soll den Arzt bei seiner Tätigkeit unterstützen, die Letztverantwortung des Arztes bleibt unberührt.

Nun lehnen einige Ärzte den Physician Assistant ab. Die Ärztekammer Brandenburg veröffentlichte eine Pressemitteilung der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Brandenburg, in der sie den Physician Assistant ablehnt. In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Nach dem vorliegenden Modell eines Physician sollen künftig solche, dem Arzt vorbehaltenen Leistungen auch durch den Physician Assistent erbracht werden. Dies ist weder erforderlich, noch im Interesse des Patientenschutzes.“ Nicht erforderlich? Diese Behauptung ist nicht belegt und damit nicht haltbar. Patientenschutz? Ja, wer schützt PatientInnen vor unnötigen Operationen und teuren aber überflüssigen oder sogar schädlichen Behandlungen? Das wäre ein Patientenschutz wie PatientInnen es sich wünschen, im o.g. Zusammenhang verkommt Patientenschutz zur Leerformel.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Es besteht die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten mit diesem Modell künftig eine minderwertige Gesundheitsversorgung erhalten…“ Auch dies ist eine Behauptung ohne Begründung und zugleich eine traurige Vorgehensweise: Angst machen – ohne belastbare Argumente. Das sollten wir ablehnen. Kritik ist nicht nur erlaubt, Kritik ist auch wichtig, aber nur, wenn sie mit Untersuchungen und Forschungsergebnissen belegt werden können, nebulöser Angstmache ist nicht hilfreich.

Sorgende Gemeinschaft – es tut sich was

Die sorgende Gemeinschaft ist in aller Munde und immer mehr Hospizvereine möchten in Ihren Regionen eine sorgende Gemeinschaft schaffen. Seit Jahren forschen namhafte WissenschaftlerInnen zu diesem Thema. Nun hat die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar ein neues Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dass sich mit einer möglichen Öffnung der stationären Langzeitpflege befasst. Kernfrage dieses Forschungsprojektes ist, ob stationäre Pflegeeinrichtungen diesen Kulturwandel mittragen möchten/können/wollen und falls ja, was kommt dann auf die Pflegeeinrichtungen zu. Die Ergebnisse werden Ende 2019 vorliegen.

Sorgekunst – Mutbüchlein für das Lebensende

Wir brauchen Mut am Lebensende, Mut zum Selberdenken, Mut, sich schwierigen Themen zu stellen. Unsere letzten, existentiellen Fragen müssen wir uns selbst stellen, dafür brauchen wir Mut. Aber Mut kommt nicht über einfach über uns, er erwächst mit der Zeit, aus Zuspruch, daraus, dass wir uns nicht nur einmal mit den letzten Fragen auseinandersetzen. Mut erwächst immer aus der Angst, stellen wir uns dieser Angst, dann kann daraus Mut entstehen. Sorgekunst – ein Muss für jeden Hospizler, Haupt- oder Ehrenamt, Voll- oder in Teilzeit

Warum ein so wertvolles Büchlein nicht zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel Ihren MitarbeiterInnen oder Ihren MitarbeiterInnen als kleines Dankeschön schenken?

Hier unsere Mengenrabatte für Hospize, Hospizvereine und Fördervereine:

Verkaufspreis: € 14,90

Beim Bezug von 10 Büchern erhalten Sie einen Rabatt von 10%, Stückpreis € 13,41

Beim Bezug von 20 Büchern erhalten Sie einen Rabatt von 15%, Stückpreis: € 12,65

Beim Bezug von 30 Büchern erhalten Sie einen Rabatt von 20%, Stückpreis: € 11,92

Der Rabatt gilt nur bis 31.12.2017, alle Preise zuzüglich Versandkosten.

Bücher mit Staffel- und Mengenpreisen sind nur über den Verlag direkt bestellbar: info@hospiz-verlag.de

Trauer

Menschen nutzen ganz unterschiedliche Strategien und Wege, mit Ihrer Trauer umzugehen. Die Universität Jena möchten nun in einer Online-Studie genau dies wissenschaftlich untersuchen und darauf basierend Unterstützungsmöglichkeiten für Trauernde verbessern.

 

Die Befragung richtet sich an alle Personen, die in den letzten fünf Jahren eine ihnen nahestehende Person durch Tod verloren haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Unter

https://ww3.unipark.de/uc/trauerstudie

können Sie bei der Studie im Internet mitmachen.

Sterbefasten

Sterbefasten ist in aller Munde. Einer aktuellen Studie zufolge herrscht hier ein großes Informationsdefizit. Viele Menschen betrachten Sterbefasten als eine natürliche Todesursache – eine Fehleinschätzung. „Auch der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit ist eine Form des Suizids. Die medizinische Unterstützung des Sterbefastens entspricht in vielen Fällen der Suizidhilfe“, sagt Ralf Jox, Privatdozent am Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der Universität München. In einem Beitrag in der renommierten Fachzeitschrift BMC Medicine weisen die Autoren um den Münchener Medizinethiker Ralf Jox, dem Palliativmediziner Gian Domenico Borasio und einem Medizinrechtler der Universität York auf Grundlage einiger Fallbeispiele darauf hin, dass viele PatientInnen das Sterbefasten nicht ohne ärztliche Hilfe realisieren könnten – ärztliche Hilfestellung aber unter die in Deutschland verbotene Suizidhilfe falle oder fallen könnte. Nach Ansicht der Autoren muss hier der Gesetzgeber Klarheit schaffen.

Serviceroboter

Die Gesellschaft wir immer älter – ein Trend, der nicht nur, aber auch unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellt. Pflegenotstand! Der Anteil der Hochaltrigen steigt kontinuierlich, die Zahl der Pflegenden sinkt. Ist ein würdiges Sterben im Altenpflegeheim und in den Hospizen noch möglich? Der Staat sucht nach neuen Wegen. Das Bundesministerium für Forschung und Bildung fördert nun unter Federführung des Fraunhofer Instituts ein Projekt, das den Einsatz von Servicerobotern im Bereich Anreichen von Essen und Trinken ermöglichen soll. Der Roboter soll in der Lage sein, über Sprachbefehle einem Menschen Essen zu reichen oder ihm etwas trinken zu lassen. Auch soll es dem Mensch mittels Touchpad möglich sein, z.B. den gewünschten Bissen auszuwählen. Ist das die Welt, in der wir leben und sterben möchten?

Studie des DHPV e.V.

 

Der Deutsche Hospiz-und PalliativVerband e.V. (DPHV e.V.) stellte den Deutschen in einer repräsentativen Umfrage Fragen zum Thema Sterben und Tod. Hier nur einige Ergebnisse:

58% der Befragten, die bereits über ihr Sterben nachgedacht haben, möchten zuhause sterben. 2012 waren es noch 66%.

27% gaben an, in einer dafür geeigneten Einrichtung sterben zu wollen. 2012 waren es nur 18%.

43% der Befragten gaben an, eine Patientenverfügung verfasst zu haben. 2012 waren es lediglich 26%. Weiter 32% haben zumindest ernsthaft darüber nachgedacht. 2012 waren es noch 43% – ein Indiz dafür, dass nach dem Denken auch gehandelt wird?

Großer Nachholbedarf besteht bei der Kostenaufklärung: nur 18% der Befragten wussten, dass die Inanspruchnahme hospizlicher Dienste kostenfrei ist. 2012 waren es nur 11%, dennoch da gibt es viel aufzuholen.

Mehr dazu finden Sie unter www.dhpv.de

Nicht nur Placebos haben ihre Wirkung, auch Nocebos wirken

 

Placebos rufen nicht nur positive Wirkungen hervor, Placebos können auch negative Nebenwirkungen, sog. Nocebo-Effekte erzeugen. In klinischen Studien wurden Probanden Placebos verabreicht, wobei die Probanden auch über mögliche Nebenwirkungen informiert wurden. Zugleich wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt die Zusatzinformation, dass das Medikament teuer, die andere Gruppe die Mitteilung, dass das Medikament günstig sei. Bei der Gruppe mit dem teuer geglaubten Medikament traten stärkere Nebenwirkungen auf, in diesem Fall war es ein höheres Schmerzempfinden, als in der Gruppe mit dem günstigen Medikament. Die Studie, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde, zeigt, dass negative Erwartungen das Schmerzempfinden beeinflussen können.

Welche Palliativversorgung benötigen Menschen mit Demenz?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Oftmals scheitert man bereits an der Frage: Woran erkenne ich, dass ein Mensch mit Demenz sich in der letzten Lebensphase befindet?

Die Universität München wird sich nun in einer dreijährigen Studie dieser Fragestellung widmen. Ein Schwerpunkt werden die Münchener bei Menschen, die bereits sehr früh an Demenz erkranken, setzen.

Ca. 20.000 Menschen der in Deutschland an Demenz Erkrankten sind zwischen 40 und 65 Jahren alt. Sie unterscheiden sich in Teilen von Menschen  mit sog. Altersdemenz. So ist diese PatientInnengruppe aufgrund ihres Alters weniger körperlich beeinträchtigt und sie ist weniger gebrechlich. Zudem zeigen sich häufiger Verhaltensauffälligkeiten und sie reagieren anders als Menschen mit Altersdemenz auf Psychopharmaka.

Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid, Leiterin der Studie, betonte in einer Pressekonferenz, dass in der Versorgungsleitlinie Demenz in der Pflege keine Behandlungsempfehlungen für die palliative  Versorgung in der letzten Lebensphase enthalten sei. Die Studie soll nun den Ist-Stand in der Versorgung dieser Menschen feststellen. Dies gilt nicht nur für die Symptome, sondern auch für die medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung.

Köln: Studie zu Gewalt in der Pflege

 

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. veröffentlichte von wenigen Tagen einen ersten Vorabbericht über Ihre Studie zum Thema Gewalt in der Pflege. In Zusammenarbeit mit der B.Braun Stiftung wurden im letzten Jahr 402 Fragebögen von FachpflegerInnen und PflegeschülerInnen ausgewertet. Gefragt wurde nach der persönlichen Gewalterfahrungen in der Pflege, nach Angeboten zur Aufarbeitung und Prävention von Gewalt in ihren Einrichtungen, nach der Beurteilung des Bildungsangebotes in diesem Bereich und nach der Selbsteinschätzung im Umgang mit Gewalterfahrungen. Hier einige Vorab-Ergebnisse:

  • Jeder 10te hat in jüngerer Zeit konkrete Gewalterfahrungen gemacht
  • Selbst in Einrichtungen, in denen es Angebote zur Prävention und Aufarbeitung von Gewalterfahrungen gab, blieben die Gewalterfahrungen meist unbearbeitet
  • Zugleich aber besteht ein großes Interesse der Pflegenden an Schulungen verschiedenster Art zur Auseinandersetzung mit Gewalt

In Kürze wird der Gesamt-Studienbericht unter www.dip.de einsehbar und zum Download zur Verfügung stehen. Wir werden darüber berichten und uns vor allem genau ansehen, wie diese Studie wirklich zu bewerten ist.

Neu erschienen: Vorsorge treffen, damit das Leben gelingt. Menschen in ihrer letzten Lebenszeit gut versorgen und begleiten.

 

 

Es gibt viele Arten mit dem Lebensabend und dem Sterben umzugehen, von der Vogel-Strauß-Methode bis zur minuziösen Planung aller Möglichkeiten. Heinke Geiter bevorzugt keinen dieser Wege. Sie gibt uns einen sehr guten Überblick darüber, an was wir denken können. Orientiert an den individuellen Wünschen/Vorlieben/Bedürfnissen ist der Einzelne in der Lage, seine Entscheidungen zu fällen. Angesprochen werden Wohnsituation, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Vorsorge für den Todesfall, die Bestattung, die Trauerfeier. Die Frage nach der Lebensbilanz und den Erinnerungen wird gestellt. Aber auch die wichtige Frage nach Sterbebegleitung, wie geht das? Wie werden Menschen mit einer demenziellen Erkrankung am Lebensende begleitet? Wie Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen?

Besonderen Raum gibt Heinke Geiter dem Thema „Begleitung trauernder Kinder.“

Vorsorge treffen, damit das Leben gelingt ist ein wertvoller Begleiter für Menschen, die sich im Palliativen und im hospizlichen Kontext bewegen, aber dieses Buch ist auch für Menschen geeignet, sich mit diesem Thema für ihr eigenes Leben auseinandersetzen möchten.

 

Hospiz Niebüll

 

Nordlichter, Urlauber des Nordens und Syltliebhaber kennen Niebüll; ein wunderschöner, kleiner Ort in Nordfriesland auf dem Festland und Ablegehafen der Autofähre nach Westerland.

Vor sechs Jahren errichteten die  Niebüller ihr stationäres Hospiz. Sie gingen dabei davon aus, dass dieser Ort nur von ihren eigenen OrtsbewohnerInnen genutzt werden würde. Doch weit gefehlt: Sylt selbst besitzt zwar einen großen ambulanten Hospizverein, aber kein stationäres Hospiz und so kommen die Sylter, so sie ein stationäres Hospiz benötigen, aufs Festland nach Niebüll ins Hospiz. Doch das Niebüller Hospiz ist nicht nur voll ausgelastet, die Warteliste ist stets lang, es kann nicht mehr jeder Bedürftige aufgenommen werden. Das Hospiz muss nun erweitert werden. Vier weitere Plätze sind geplant, dazu sollen der ambulante Hospizdienst, die Trauerbegleitung und die Kinder- und Jugendbegleitung hier ein neues Zuhause finden. Die Kosten sollen bei ca. €1,5 Mio. liegen. Nun klopften die Niebüller bei den Syltern an und fanden offene Ohren und Türen. Die Gemeinde Sylt wird sich an der Finanzierung beteiligen.

 

Krisen und Interventionen von Christoph Riedel

Krisen am Ende des Lebens verstehen und begleiten wird im vorliegenden Werk als psychologisch orientiertes Angebot an Sterbende und deren An- und Zugehörige verstanden.
Sterbende sind meist in ihrer Autonomie, in ihrer Entscheidung- und Gestaltungsfähigkeit stark eingeschränkt. Immobilität und zunehmende Isolation verstärken ein Gefühl der Hilflosigkeit, auch gegenüber den Begleitenden. Es kann zu Krisen kommen. Mit Hilfe psychotherapeutischer Ansätze kann eine gelingende Interaktion entstehen, auf deren Grundlage neue Möglichkeiten entwickelt werden können. Die persönliche Resilienz und die individuellen Ressourcen der Sterbenden und deren Angehörigen bilden die Grundlage für die psychologische orientierte Begleitung.
Ziel dieses Buches ist nicht, die Begleitenden zu psychotherapeutischen Fachkräften auszubilden, sondern Verständnishilfen und Interventionsanregungen zur Beruhigung Sterbender in Krisensituationen vorzustellen.

Krisen und Interventionen
Palliative Care für Einsteiger, Band 6
Christoph Riedel, Nadine Lexa (Hrsg.)
ISBN: 978-3-946527-10-7, Preis: Euro 29,99 (D)/Euro 30,90 (A)

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Soziale Arbeit ist mehr als „nur“ Sozialarbeit

Das ist der Schwerpunkt der soeben erschienen neuen Ausgabe der hospiz zeitschrift.

Was macht die Sozialarbeit im Hospiz und der palliativen Versorgung? Maria Wasner stellt in ihrem Beitrag die zentralen Aufgaben der Sozialarbeit vor. Aktuell ist die Sozialarbeit sehr unterschiedlich, regional und von der Art der Versorgung abhängig. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz könnte hier einiges verändern.

Josef Raischl, fachlicher Leiter des Christophorus Hospiz Vereins München e.V., sieht eine der Kernarbeitsfelder der Sozialarbeit in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, im Besonderen bei der Koordination des Ehrenamtes.

Aber auch soziale Arbeit in der Trauerbegleitung oder als fester Bestandteil der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung wird vom jeweiligen Standpunkt her betrachtet.

Wir schauen auch zu unseren Nachbarn; palliative Sozialarbeit in Europa –  ein Beitrag von Pam Firth (UK) und Karl W. Bitschnau (A), beide Mitglieder der Social Work Task Force bei der EAPC (Europäische Gesellschaft für Palliative Care) und soziale Arbeit in britischen Hospizen, ein Beitrag von Jutta Widlake, Sozialarbeiterin im St. Luke’s Hospiz in Plymouth.

Sich umeinander am Lebensende sorgen, geht das auch anders? Der Sorgebedarf steigt und die Ressourcen der Pflege nehmen ab. Vor diesem Hintergrund entstehen neue spannende Sorgekulturen.

Und zuletzt erwähnt, unser überregionaler Stellenmarkt und bundesweiter Veranstaltungskalender. Ich hoffe, wir haben Sie neugierig gemacht.

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