Regionale Palliativ-Netzwerke

Bericht einer Netzwerkkoordinatorin aus Berlin

Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke gewinnen bundesweit zunehmend an Bedeutung. Sie fördern die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure in Hospizarbeit und Palliativversorgung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine bedarfsgerechte Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Seit 2022 können diese Netzwerke auf Grundlage von § 39d SGB V gezielt gefördert werden. Aktuell bestehen bereits mehr als 80 regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland.

In einem Interview spricht Renate Straetling vom Weddingwegweiser aus Berlin mit Uta Kirchner, der Netzwerk-Koordinatorin für die regionalen Hospiz- und Palliativ-Netzwerke (HPN) für Berlin-Mitte. Sie bietet vertiefte Einblicke in die Organisation und Praxis der Hospizversorgung in der Hauptstadt. Seit Anfang 2024 ist Frau Kirchner beim Hospiz- und PalliativVerband Berlin e.V. tätig und koordiniert die sechs regionalen Netzwerke, die jeweils zwei Bezirke abdecken und durch das Land Berlin sowie die gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden.

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ISBN 978-3-946527-70-1

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die systematische Erfassung und Optimierung der Versorgungsstrukturen am Lebensende. Dazu wurde eine umfangreiche Datenbank aufgebaut, die künftig in Verbindung mit der Website auch für Beratungsstellen und Fachpersonal nutzbar sein soll. Ziel ist es, die vorhandenen Angebote in den 96 Ortsteilen Berlins sichtbar zu machen, Lücken zu identifizieren und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu fördern. Neben der Organisation vor Ort bietet HPN Informationsveranstaltungen, Workshops und Vernetzungstreffen an, um Wissen über palliative Versorgung zu verbreiten.

Die Hospiz- und Palliativversorgung gliedert sich in Allgemeine Ambulante Palliative Versorgung (AAPV) und Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung (SAPV). Während AAPV bereits bei der alltäglichen Unterstützung schwerkranker Menschen beginnt, erfordert SAPV eine ärztliche Verordnung über das „Formular 63“ sowie die Einbindung eines qualifizierten Palliativarztes. In Berlin existieren etwa 20 Hospize mit maximal 16 Plätzen pro Haus, die oft vollständig belegt sind. Uta Kirchner sieht ihre Aufgabe darin, die gemeinwesenorientierte und die spezialisierte palliative Arbeit zu verbinden, damit Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörigen eine möglichst lückenlose, angst- und schmerzfreie Begleitung erfahren – und den Tagen mehr Leben gegeben werden kann.

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