Märchen im Hospiz

Erdenkinder - Waisenkinder - Königskinder

Heinrich Dickerhoff

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26. Oktober 2007

 

Märchen erzählen das Leben mit all seinen Erfahrungen und Gefahren. Sie erzählen mit Hilfe von Sinn-Bildern, schreiben kein Verhalten vor, sondern vermitteln vielmehr Haltungen und Werte. Märchen im Hospiz – auch im Hospiz treffen verschiedene Lebenserfahrungen aufeinander. Menschen (nicht nur) im Hospiz kommen über die Märchen ins Gespräch.

 

Dieses Buch soll deshalb kein Ratschlagkatalog für spezielle Märchen sein; dieses Buch soll vielmehr eine Anleitung zum Erzählen von Märchen im Hospiz sein. Das enthält fünfzehn Märchen mit Deutungen und eine umfassende Märchenerzählkunde.

Herausgegeben vom Deutschen Kinderhospizverein e.V. und vom Osnabrücker Hospizverein e.V.

 

Märchen im Hospiz
Erdenkinder – Waisenkinder – Königskinder
Dickerhoff, Herausgegeben vom Dt. Kinderhospizverein e. V.
und vom Osnabrücker Hospizverein e. V., 144 Seiten
Hardcover, Wuppertal 2007, der hospiz verlag
ISBN: 978-3-9811240-3-3, Preis: Euro 18,90 (D)/ Euro 19,50 (A)

Heinrich Dickerhoff
geb. 1953, Studium der kath. Theologie, Geschichte, Judaistik
seit 2006 Direktor der kath. Akademie Kardinal von Galen in Stapelfeld bei Cloppenburg
seit 1995 Vize-, seit 2001 Präsident der Europ. Märchengesellschaft e.V.

Susanne Burkhardt, Hospiz Landesarbeitsgemeinschaft Saarland e.V.

Märchen im Hospiz, das macht schon das Vorwort des Osnabrücker Hospizvereins deutlich, sind kein Allheilmittel in der Sterbegleitung und Zurückhaltung ist geboten. Märchen nach einer vermeintlich hospizlichen Qualität auszuwählen und mit gutgemeinter Absicht zu erzählen, das wäre gänzlich verfehlt und ginge am Potential des Märchens vorbei. Das Ende September im Hospizverlag erschienene Buch „Märchen im Hospiz“ von Heinrich Dickerhoff hat zwei inhaltliche Schwerpunkte. Im Teil A wird eine Anthologie von fünfzehn Märchen präsentiert. Jedes Märchen ist mit einem Scherenschnitt von Eva-Maria Wowy liebevoll illustriert. Im Anschluss an jedes Märchen findet sich eine Interpretation von einer in der Hospiz- und Palliativlandschaft engagierten Persönlichkeit. Die Märchen sind in drei Themenfelder gegliedert. Unter der Überschrift „Was Märchen vom Menschenleben wissen“ versammelt Dickerhoff Märchen in deren Zentrum die Suche nach dem eigenen Lebensweges steht. Vertrauen und Anvertrauen in neuen Situationen führen zu Glück und Reichtum. Im zweiten Kapitel „Märchenhafte Wege zum glücklichen Leben“ gelingt es den Protagonisten immer wieder das Beste aus ihrer schwierigen Situation zu machen und wirkliches Glück zu finden. Im dritten Kapitel kreisen die Märchen inhaltlich um die Themen Tod und Trauer. Die angefügten Interpretationen machen die mögliche Resonanz des Leser anschaulich. Vielfach spürbar wird hier wie das Märchen im Leser nachklingt. Mich beeindruckt die Interpretation des Märchens „Die drei Raben“ als Trauerweg eines Kindes. Die Deutung von Elisabeth Volk, selbst trauende Mutter, ist authentisch, von ergreifender Empathie und ein Höhepunkt des Buches. Die Deutungen erleichtern dem Ungeübten den Zugang zu den Märchen, auch dann, wenn man mit dem Hineingedeuteten gerade nicht einverstanden ist.
Teil B beinhaltet eine kleine Märchenkunde. In fünf Kapiteln wird auf die Besonderheiten des Märchens eingegangen: auf ihre Weisheit, ihre Sprache, ihren Klang, wie man über Märchen ins Gespräch kommt und wie Märchen bei Trauernden und Begleitern eingesetzt werden können. Im ersten Kapitel „Die Weisheit der Märchen“ schildert Dickerhoff eindrucksvoll wie uralte, universelle Lebenserfahrung verschlüsselt und verdichtet, sozusagen seitenverkehrt, wie aus einem Spiegel aus den Märchenbildern spricht. Märchen erzählen im Wesentlichen von zwei Wünschen der Menschen. Der erste große Wunsch erzählt von der Hoffnung oder dem Bedürfnis den eigenen Lebensweg zu finden. Die Welt ist ein Labyrinth und der Mensch wandert auf gewundenen Pfaden. Folge deinem Herzen, finde ins Herz der Welt, finde zu dir selbst, scheinen die Märchen sagen zu wollen. Der zweite Wunsch dem Märchen Ausdruck geben, ist der, dass die Liebe wahrer sein möge als der Tod. Liebe und Tod stehen im Märchen einander gegenüber. Liebe kann die Endgültigkeit des Todes und das Absinken des Geliebten in die Bedeutungslosigkeit nicht akzeptieren. In diesem Sinne tragen Märchen die Grundbotschaft: „Traue deiner Sehnsucht mehr als deiner Verzweiflung“.
Für mich ist es ein sehr gelungenes Buch. Nicht nur weil es die eigene Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod bereichert, sondern auch, weil es deutlich macht, dass die Haltung des Märchenerzählers in ihrer ganzen Zurücknahme der immer wieder gesuchten hospizlichen Haltung so nahe ist.

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ISBN 978-3-9811240-3-3
18,90  (zzgl. Versandkosten)
(inkl. MwSt.)

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