Damit sie bleiben –

Damit sie bleiben –

wie umgeschulte und angeworbene Pflegefachkräfte nachhaltig in den Beruf integriert werden können

 

Fachkräfte aus dem Ausland und Quereinsteiger können den Pflegenotstand nicht lösen, ihn aber doch mildern. Zwischen 2012 und 2017 konnten über diese Wege in Deutschland ca. 63.000 Personen zusätzlich in der Pflege (meist Altenpflege) arbeiten. 30.000 davon waren Fachkräfte, die ihre Umschulung erfolgreich abgeschlossen hatten. Zudem wanderten im gleichen Zeitraum 33.000 Pfleger*innen aus dem Ausland mit einem Berufsabschluss aus ihrem Heimatland ein. Kamen diese 2012 zu über 60 Prozent aus EU-Ländern, so kamen sie 2017  zu über 60 Prozent aus Bosnien-Herzegowina, Serbien und Thailand. Doch wie eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, ist das nur der erste Schritt. Wichtig ist, diese Menschen dauerhaft zu integrieren – und hier ergaben sich Defizite, die in zwei Muster aufgeteilt werden konnten: Einstieg als Überforderung und Einstieg als Unterforderung.

Einstieg als Überforderung: Quereinsteiger, aufgrund ihrer Vortätigkeiten meist etwas ältere Erwachsene, werden nicht als Berufseinsteiger wahrgenommen, und werden deshalb als vollwertige Fachkraft sofort eingesetzt. Ihnen werden damit Kompetenzen und Erfahrungen zugeschrieben, die sie nicht besitzen können.

Einstieg als Unterforderung: Zugewanderte Pflegekräfte werden anfangs als Pflegehelfer*innen beschäftigt. Da sich die Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse nicht selten über einen längeren Zeitraum erstrecken, verlängert sich auch dieser Zustand des Hilfsstatus. Zudem wird die Qualifikation der Zugewanderten teilweise auch als praxisfern empfunden. Dies führt zu Frustrationen.

Die Forscherinnen haben nun Ansatzpunkte herausgearbeitet, die zu einer Verbesserung der Lage führen können:

..Mehr Zeit für Integration und deren Refinanzierung durch den Gesetzgeber

..Anerkennungsverfahren beschleunigen

..Bessere Vorbereitung und Auswahl bei der Umschulung zu Altenpflegekräften

Die Originalarbeit finden Sie unter: http://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_pb_005_2019.pdf