Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie 04/21

Fachzeitschrift für Palliative Geriatrie mit dem Schwerpunkt „Berührungen“

Berührungen kommt eine wesentlich größere Bedeutung zu, als uns bewusst ist

und ihnen im Alltag oft zugemessen wird. Müssen wir darauf verzichten, spüren

wir rasch, wie sehr sie uns fehlen. Dies hat uns zuletzt die Corona Pandemie

deutlich vor Augen geführt. Die betagten Bewohner*innen in den Heimen litten

ganz besonders darunter, vor allem die von fortgeschrittener Demenz Betroffenen,

die mehr als alle anderen darauf angewiesen sind, zuwendend berührt und

in den Arm genommen zu werden. Aber abgesehen von den unvermeidbaren

Arbeitsberührungen durch Pflegekräfte, Ärzt*innen oder Therapeut*innen, blieb

jeder körperliche Kontakt lange untersagt.

Die Autor*innen dieser Ausgabe zeigen an vielen Beispielen auf, was unsere

Hände alles bewirken können: Hände können auch ohne Worte kommunizieren,

trösten, Halt und Sicherheit geben, beruhigen oder Kraft spenden. Bei Menschen

mit Demenz ist Berührung sehr oft der Schlüssel zu ihren Herzen. Auch

Arbeitsberührungen können das Innere der Betroffenen erreichen, wenn es den

Ausführenden gelingt, über ihre Hände eine Beziehung herzustellen, Zuwendung

und Empathie auszudrücken. Dies alles fordert freilich von den Betreuer*innen

ein hohes Maß an Achtsamkeit.

Berührungen sind keine Einbahn; wer andere berührt, wird dabei auch selbst

berührt. Wer schenkt, kann in der Begegnung mit dem Du auch selbst reich

beschenkt werden.

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