Dein musikalisches Denkmal

Wie können Abschied, Erinnerung und Trauer persönlicher gestaltet werden? Antworten darauf gibt das Leipziger Modellprojekt„Dein musikalisches Denkmal“, das Hospizleiterin Silvia Beckert gemeinsam mit der Liedermacherin und Sterbe- und Trauerbegleiterin Nadine Maria Schmidt entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht die Idee, gemeinsam mit Hospizgästen und ihren Angehörigen ein individuelles Lied zu schaffen, das Erinnerungen bewahrt, Trost spendet und das Leben eines Menschen auf besondere Weise würdigt.

In Gesprächen werden Lebensgeschichten, prägende Momente, Wünsche und Gefühle gesammelt. Daraus entsteht ein persönliches Musikstück, das professionell aufgenommen wird und den Familien als bleibendes Erinnerungsstück erhalten bleibt. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Menschen ohne musikalische Vorkenntnisse. Im Vordergrund stehen Begegnung, Selbstwirksamkeit und die Möglichkeit, noch einmal bewusst auf das eigene Leben zu blicken.

Das Projekt wird seit März 2025 als Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, ein bundesweit übertragbares Konzept sowie ein Ausbildungscurriculum für Musikerinnen und Musiker in der Sterbe- und Trauerbegleitung zu entwickeln. Finanziert wird das Vorhaben zu 95 Prozent durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und die Sächsische Aufbaubank, die verbleibenden Mittel werden über Spenden des Hospizes getragen. Die Förderung läuft derzeit bis Februar 2027.

Die Initiatorinnen möchten damit nicht nur Angehörigen und Sterbenden neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen, sondern auch einen gesellschaftlichen Impuls setzen: Tod, Trauer und Erinnerung sollen weniger tabuisiert und individueller gestaltet werden. Musik wird dabei nicht als Allheilmittel verstanden, sondern als eine von vielen Möglichkeiten, Menschen am Lebensende und in der Trauer zu begleiten.

Zum weiterlesen

Erinnerung- und Sterbekultur, warum sie bunter werden muss

https://shorturl.at/diQp0

Link zum vertiefen

Dein musikalisches Denkmal | Nadine Maria Schmid

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