Unterstützungsbedarf Bronchialkrebs

Was Patient:innen mit nicht heilbarer Krebserkrankung wirklich brauchen

Welche Unterstützung vermissen Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung in ihrer Versorgung? Dieser Frage gingen Moritz Melcher und Kolleg:innen in einer integrativen Datenanalyse mit 339 Patient:innen aus dem deutschen Versorgungskontext nach. Untersucht wurden sowohl standardisierte Angaben zum Unterstützungsbedarf als auch offene Patientenrückmeldungen.

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Insgesamt berichteten die Befragten zwar von einem eher geringen, ungedeckten Unterstützungsbedarf. Gleichzeitig wurden jedoch wichtige Versorgungslücken sichtbar, die in standardisierten Fragebögen allein nur teilweise erfasst werden können.

Ruhepunkte – Kartenset

18,90 

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ISBN 978-3-946527-75-6

Besonders relevant für Hospiz- und Palliative-Care-Angebote sind die Bereiche psychologische Unterstützung, Information und Orientierung im Gesundheitssystem sowie die zwischenmenschliche Qualität der Betreuung. Die Patient:innen wünschten sich mehr Zeit für Gespräche, eine feste Ansprechperson, verständliche Informationen zu Erkrankung, Behandlung und Nebenwirkungen sowie mehr Empathie und Zuspruch durch die betreuenden Fachkräfte. Auch Themen wie Zukunftsperspektiven, Koordination der Versorgung und individuelle Begleitung wurden genannt.

Bemerkenswert ist, dass psychische Belastungen in den Fragebögen einen hohen Stellenwert einnahmen, von den Betroffenen aber in offenen Antworten nur selten ausdrücklich als Versorgungsdefizit benannt wurden. Dies deutet darauf hin, dass emotionale Belastungen häufig erlebt, aber nicht immer aktiv angesprochen werden. Gerade hier können palliative und hospizliche Angebote wichtige Zugänge schaffen.

Die Autor:innen leiten daraus eine klare Botschaft für die Versorgungspraxis ab: Unterstützungsbedarf lässt sich nicht allein durch standardisierte Instrumente erfassen. Erforderlich sind dialogorientierte, patientenzentrierte Ansätze, die Raum für individuelle Anliegen schaffen und auch zwischenmenschliche, organisatorische und informationelle Bedürfnisse berücksichtigen. Interprofessionelle Zusammenarbeit, frühzeitige palliative Begleitung und kontinuierliche Ansprechpartner:innen können dazu beitragen, Versorgungslücken früh zu erkennen und gezielt zu schließen.

Zum Weiterlesen:

Link:  https://shorturl.at/8PKtB

Unterstützungsbedarf von Patient*innen mit nicht heilbarer Krebserkrankung: Ergebnisse einer integrativen Datenanalyse

Author: Moritz Melcher,Lisa Tönnies,Hans Tesch,Manfred Welslau,Juliane Köberlein-Neu

Publication: Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualitaet im Gesundheitswesen

Publisher: Elsevier

Date: August 2026

© 2026 Published by Elsevier GmbH.

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