Neues Schulungsmodul KoPP

Frühes, palliatives Know-how in der Onkologie verankern

Wie kann eine „Early Integration“ (frühe Berücksichtigung von Palliative Care) gelingen, bevor Krisen entstehen? Wie kann man es schaffen, Palliative Care nicht erst in den letzten Lebenswochen, sondern direkt ab der Diagnose einer nicht heilbaren Krebserkrankung im Alltag der Betroffenen zu verankern?

Dieser Frage widmet sich das Innovationsfonds-Forschungsprojekt des G-BA „OnCoPaTh“. Im Rahmen dieses Projekts haben Michaela Hach und Dorothée Becker vom Fachverband SAPV Hessen e.V. ein zukunftsweisendes Schulungsmodul entwickelt: Die Qualifizierung zur konsiliarisch tätigen Palliative-Care Pflegefachperson (KoPP).

Symptomkontrolle Broschüre

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Warum KoPP? Die Brücke zwischen Onkologie und Palliativversorgung

In der Praxis wird Palliativversorgung von Betroffenen und Angehörigen immer noch oft und fälschlicherweise mit dem „Aufgeben von Hoffnung“ gleichgesetzt. Hier setzt das KoPP-Konzept an: Im Zusammenspiel mit sogenannten OncoCoaches in den Schwerpunktpraxen besuchen die KoPPs die Patientinnen und Patienten frühzeitig im häuslichen Umfeld.

Sinn und Zweck der konsiliarischen Beratung:

  • Autonomie und Gesundheitsinformationen vermitteln: Patientinnen und Patienten lernen, ihre Erkrankung und die komplexen (oralen) Therapien besser zu verstehen und eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Vorausschauende Planung: Themen wie Behandlungspräferenzen (u. a. über das „Five Wishes“-Protokoll), Krisenpläne und Ängste werden gemeinsam bei Bewusstsein und in Ruhe besprochen.
  • Entlastung des Systems: Durch frühzeitige Symptomkontrolle und strukturierte Netzwerkarbeit lassen sich ungewünschte Therapien sowie ungeplante Krankenhauseinweisungen am Lebensende vermeiden.

Was sagt die Evidenz?

Wissenschaftliche Studien (u. a. Temel et al., Zamora et al.) belegen seit Jahren den Nutzen der Early Integration: Patientinnen und Patienten profitieren von einer deutlich höheren Lebensqualität, geringerer Symptomlast und einer realistischeren Auseinandersetzung mit ihrer Situation. Ziel des Projekts OnCoPaTh ist es nun, diese Effekte umfassend zu evaluieren, um die konsiliarische Palliativpflege langfristig in die Regelversorgung zu überführen.

Voraussetzungen für Fachkräfte

Sie sind Palliative-Care-Pflegefachperson mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung in einer spezialisierten Palliativeinrichtung (Hospiz, Palliativstation, SAPV)? Die KoPP-Schulung umfasst mindestens 6 Unterrichtseinheiten und bereitet gezielt auf die spezifischen Aufgaben der Beratung, Schnittstellenkommunikation und digitalen Dokumentation vor.

Weitere Informationen & Einblicke:

Mehr zum Projekt, den Schulungsinhalten und den Behandlungspfaden finden Sie auf der Projektwebsite unter www.oncopath.de oder direkt beim Fachverband SAPV Hessen e.V.

Zum Weiterlesen:

https://shorturl.at/6avFA

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