Aufklärung tut gut

Wir kennen das alle: Da wird auf eine neue Studie hingewiesen, die zu sensationellen Ergebnissen kommt. Wir lesen sie. Auch Politiker stützen sich immer mehr auf Studien, die ihre Thesen unterstützen. Besonders in der Pandemie wurden uns viele, teilweise widersprüchliche Studien präsentiert, doch wie steht es mit dem Wahrheitsgehalt der Studien?

Die Universität Köln hat untersucht, wie wir mit Studien umgehen und was die Glaubwürdigkeit erhöhen könnte.

Die Wissenschaftler*innen legten Laien verschiedene Forschungsergebnisse vor, die entweder als sog. Preprints (diese wurden noch nicht von Fachkolleg*innen begutachtet) oder als Fachartikel mit Peer-Reviewed-Verfahren (von Wissenschaftler*innen begutachtet) veröffentlicht wurden. Danach sollten die Teilnehmer*innen der Untersuchung die Forschungsergebnisse  in ihrer Glaubwürdigkeit beurteilen. Die Studien wurden als gleichwertig beurteilt. Obwohl man ihnen mitteilte, welche die Studien Preprints und welche Fachbeiträge aus Peer-Reviewed-Veröffentlichungen waren ohne diese Begriffe näher zu erklären, veränderte sich die Beurteilung nicht.

In den Folgestudien wurde den Teilnehmer*innen vorab erklärt, worin der Unterschied der Studien liegt. Daraufhin unterschieden sie bei den Studien: Preprints wurden als weniger glaubwürdig gegenüber Peer-Reviewed-Beiträgen eingestuft.

Fazit der Studie: Studien sollten für den Laien eindeutiger gekennzeichnet werden. Auch Journalisten sollten die von ihnen verwendeten Studien dementsprechend kennzeichnen. Dies würde grundsätzlich die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Wissenschaft stärken.

Die Studie finden Sie unter:

Caution, Preprint! Brief Explanations Allow Nonscientists to Differentiate Between Preprints and Peer-Reviewed Journal Articles – Tobias Wingen, Jana B. Berkessel, Simone Dohle, 2022 (sagepub.com)

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