Death Education für Palliative Care

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft – immer höher – immer schneller – immer weiter. Die Themen Sterben, Tod und Trauer werden vom Großteil der Gesellschaft vermieden, ignoriert und ausgeblendet. Die Haltung und Einstellung zur Palliative Care weicht hiervon auch teilweise in den Gesundheitsberufen nicht ab.

Ein Pilotprojekt von Erasmus + und der National Tumor Assistance in Italien möchte dem entgegenwirken und entwickelte ein Seminar für Universitäten aus dem Gesundheitsbereich. Ziel ist es, dass die Studierenden ihr Unwohlsein mit dem Tod in Verbindung stehenden Themen vermindern bzw. ablegen können. Vielmehr soll das Thema ernsthaft und professionell thematisiert werden können, um neue Kompetenzen im Bereich Palliative Care erlangen zu können.

Die zugrundeliegenden Methoden der Seminarinhalte stammen vorwiegend aus dem Psychodrama und der Kunsttherapie.
Michael Wieser erklärt: „Die Grundidee war, dass die Psychologie Fähigkeiten vermitteln kann, um die Beziehung und Kommunikation mit Patient*innen und deren Familien nach der Diagnose zu verbessern.“

Zu den Teilnehmern des Pilotprojekts gehörte die Universität Padua, die Universität Klagenfurt, die Universität Haifa, die Universität Lublin und die Universität Sibiu und die Onlus Assistenza Nazionale Tumori (Italien). Insgesamt nahmen 341 Psychologie- und Kunsttherapiestudierende an dem Seminar teil. 276 stellten sich währenddessen für Umfragen zur Verfügung und beantworteten anschließend Fokusgruppeninterviews. Inhalt der Befragungen waren z.B. die Angst vor dem Tod und die Auseinandersetzung und die Akzeptanz mit dem Tod.

Das Seminar war erfolgsversprechend, so Michael Wieser: „Es ist möglich, so ein Seminar anzubieten, ohne bei den Studierenden Ängste vor dem Tod zu erzeugen oder zu verstärken. Im Gegenteil: Mit solch einem Seminar kann es gelingen, Studierende zur zukünftigen Arbeit im Bereich Palliative Care zu motivieren.“

Mit der Integration von systematischen Ausbildungsprogrammen zu Death Education für Palliative Care während der Ausbildung und Studium eines Gesundheitsberufes kann der Umgang mit Sterben, Tod und Trauer deutlich verbessert und damit auch die zukünftige Arbeit im Bereich Palliative Care.

Eine Antwort auf den Beitrag “Death Education für Palliative Care

  • Renate Felicitas Hartjenstein

    Endlich so ein toller Entwicklungs-Schritt!!!

    Als ich vor 41 Jahren meinen Lehrerberuf aufgab, um mich den Themen Tod und Trauer vollends zuzuwenden, hatte mein Umfeld große Sorge, ich könne mir schaden und depressiv werden.
    Damals gab es die ersten Kübler-Ross-Bücher und durch eigene massive Erfahrungen den großen Wunsch in mir, den Umgang mit dem Tod und der Trauer genauer zu erforschen. Überall in unserer Gesellschaft sah ich die Menschen sich beim Thema wegducken.
    Alle Weltreligionen hatten Bilder über den Tod hinaus anzubieten, aber die Menschheit verließ die spirituelle Sichtweise mehr und mehr zugunsten der materiellen Sicht.

    Heute schaue ich voller Dankbarkeit auf meinen Alleingang zurück und kann sagen: Der tiefe Blick auf den Tod hat mich lebendig werden lassen und meine Dankbarkeit zur größten Kraft in jedem Tag werden lassen!
    Mein Lehrerberuf hat mich befähigt, Menschen in helfenden Berufen und ErzieherInnen und LehrerInnen zu ermutigen und zu befähigen, Kindern auch Lebensschule im Umgang mit Tod zu sein….nach dem Motto: Nicht vom Tod fernhalten, sondern mit ihnen an kleinsten Beispielen üben.
    Heute 70 Jahre alt stehe ich weiter zur Verfügung, denn es ist mein Herzensding, Menschen jeden Alters zu einer eigenen Sicht auch auf die eigene Sterblichkeit zu ermutigen und ihnen Hoffnungsbilder aufzuzeigen, die die Menscheit zur Verfügung hat.
    Ich bin bis heute konfessionslos, aber zutiefst im Vertrauen in die Schöpfung …und von Kindern lernte ich den goldigen Satz: Du Renate, dann ist der Tod ja sowas, wie unser Haltbarkeitsdatum!
    Nutzen wir die Zeit in Dankbarkeit, die uns gegeben ist!

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