Lebensqualität von Menschen mit Demenzerkrankungen verbessern

Am Lehrstuhl für Klinisch-psychologische Intervention der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde nun in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Wilz in einem Projekt untersucht, welche Auswirkungen Musik auf Menschen mit Demenz haben können. Vieles war bereits bekannt, aber es fehlte eine kontrollierte, randomisierte Studie dazu. Diese wurde nun vom Team um  Prof.in Wilz nun durchgeführt und die Ergebnisse waren erstaunlich.

Das Projekt „Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz – Verbesserung von Lebensqualität in der institutionellen Pflege“ wurde in fünf Thüringer Pflegeheimen mit 130 Bewohner*innen mit demenzieller Erkrankung durchgeführt. Die Untersuchungen fanden in den Jahren 2018 bis 2021 statt.

Doch welche Musik ist die passende? Diese zu finden, war der aufwändigste Teil des Projektes. Mit Unterstützung der Angehörigen entwarfen die Forscher*innen in Kleinstarbeit für jeden der Teilnehmenden drei Musiklisten, die vermutlich die passenden Musikstücke enthielten. Insgesamt wurden so über 1.000 Musikeinheiten gehört.

Die individuell erstellte Musikliste wurde dem/der jeweiligen Teilnehmer*in sechs Wochen lang drei- bis viermal in der Woche je 20 Minuten über Kopfhörer vorgespielt.

Das Ergebnis: Die Teilnehmenden wurden ruhiger, heiterer und kommunikativer. Sogar schwer amnetische Erkrankte würden noch über ein Musikgedächnis verfügen, so die Forscherinnen, wobei Musik per se nicht hilfreich sei, es sei nötig, dass die Betroffenen entweder Situationen damit verbanden oder einfach diese Musik mochten.

Pflegekräfte berichteten, dass eine Patientin, die sonst wochenlang schwierig, zu lächeln begann.

Und es gab manche Teilnehmende, die bereits den ganzen Tag dem Musikhören entgegenfieberten.

Ein Geschenk für Demenz-Kranke: Eine Zeitreise mit ihrer Lieblingsmusik (medscape.com)

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