Sterben Friedhöfe?

Neue Bestattungsformen nehmen in rasantem Tempo zu; Wald- und Naturfriedhöfen haben starken Zulauf, Online-Friedhöfe entstehen weltweit.

Das könnte weitreichende Folgen haben: Auf vielen Friedhöfen in Deutschland befinden sich historische Gebäude, Kapellen und Bethallen, deren Erhaltung in der Vergangenheit über die Friedhofsgebühren finanziert wurde. Verlieren die Friedhöfe an Bedeutung, sind diese Gebäude vom Verfall bedroht.

 Der Evangelische Zentralfriedhof in Regensburg geht nun einen neuen Weg; ab Oktober soll  in der neu renovierten, denkmalsgeschützten Bethalle ein Begegnungscafé eröffnen. Das Café soll 35 Plätze im Innenraum und 20 weitere Plätze im Freien umfassen.  Es soll eine Begegnungstätte und eine Oase der Ruhe „als Kontrast zum hektischen Leben außerhalb der Friedhofsmauern“ werden, so der Regensburger Diakon Klaus Neubert.

Doch damit nicht genug: Um das Café mit Leben zu füllen, haben die Regensburger ein umfassendes Konzept der Belebung hinzugefügt. In einer separaten Ecke sollen Seelsorgegespräche stattfinden, das Ev. Bildungswerk möchte dort Infoveranstaltungen rund um Beisetzung  und Testament anbieten und ein örtlicher Hospizverein denkt an Trauerbewältigungskurse. Aber auch Konzerte und Hausmusik stehen auf der Ideenliste.

Ein weiteres Novum stellt die Betreiberin des Cafés dar, es ist die Lebenshilfe Regensburg.

Wir wünschen einen gute Start und Gelingen.

2 Antworten auf den Beitrag “Sterben Friedhöfe?

  • Pedro

    Der Stöckener Friedhof in Hannover unterhält seit längerem das inklusive Café Anna Blume (nach einem Werk des Künstlers Kurt Schwitters). Neben feinen Speisen gibt es dort köstliche Veranstaltungen. Auch darüber wäre ein Bericht klasse, da das Café öffentlich gefördert ist und einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt bietet, für Menschen mit Behinderungen.

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    • Rita Bender

      Hallo Pedro, herzlichen Dank für Ihren Beitrag zu dem Thema “Friedhöfe – vom Aussterben bedroht?” Vor allem finde ich es sehr gut, wie man schon sehr gute Lösungen gefunden hat, stattdessen die Friedhöfe als Begegnungsstätte mit inklusiven Beschäftigungsangeboten zu verknüpfen. Das könnte ich mir auch wunderbar für den Heidelberger Bergfriedhof, der einen großen, mit alten Bäumen bewachsenen Park darstellt. Ich wohne in Wiesloch, ca. 15km südlich von Heidelberg. In unserer Stadt gibt es mitten im Zentrum schon seit langen Jahren das Café Kanapee, das übrigens auch die Lebenshilfe betreibt und das ebenfalls sehr zur Begegnung und Wohlfühlen beiträgt. Viele Geschäftsleute aus der Innenstadt machen dort gerne eine entspannende Mittagspause.

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