Neuerscheinung: Who cares?

 

Sorgen geht uns alle an. Doch: Wer sorgt für andere? Wo? Wie? Und womit, also mit welchen Ressourcen? In diesem Buch geben uns Menschen einige Antworten auf diese Fragen, indem sie über eigene Sorgeerfahrungen und konkrete Pflegesituationen erzählen: als selbst Betroffene, als hauptamtlich oder ehrenamtlich Engagierte, als An- oder Zugehörige, in institutionellen Kontexten wie im familiären und freundschaftlichen Umfeld. Ergänzt werden diese persönlichen Sorge- und Pflegeerfahrungen mit Reflexionen aus verschiedenen Perspektiven von Wissenschaft und Praxis.

Die Frage nach der Sorge für andere geht uns alle an. Wie wird Sorge gegenwärtig organsiert und wie sollen künftige Sorgekulturen aussehen? Die Frage wird immer brisanter – einerseits im Lichte der demografischen Veränderungen und andererseits im Hinblick auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Zusammenhang mit der Nichtigerklärung des § 217 StGB.

 

Hier bestellen!

Die neue hospiz zeitschrift Nr. 86

 

 

Soeben ist die neue Ausgabe der hospiz zeitschrift palliative care erschienen. Schwerpunkt: Sterben braucht Ordnung

Noch immer versterben rund 45% der Menschen im Krankenhaus. 2017 waren das 416 000 Menschen, nur ca. 30000 Menschen verstarben im einem stationären Hospiz. Deshalb ist ein Blick auf die Versorgung im Krankenhaus notwendig.

Braucht Sterben Ordnung? Meist wird im Zusammenhang mit Betroffenen im Hospiz von Menschen mit Krebserkrankungen gesprochen. Doch kommen auch Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen an ihr Lebensende und in ein Hospiz. „Und das wirbelt dann alles kräftig durcheinander!“

Qualität in der stationären Hospizarbeit – wir stellen zwei Modelle zur Qualitätsentwicklung und –gestaltung vor.

Kann man Sterben organisieren? Ein Interview mit Prof. Fritz Böhle, Arbeits- und Organisationssoziologe an der Universität Augsburg.

Fehler in der Hospizarbeit und Palliative Care? Wie gehen wir damit um und was sollten wir bedenken.

Sorgekultur bei jungen Menschen, die an einer nicht mehr zu heilenden Krebserkrankung leiden – hier müssen neue Wege gegangen werden.

Sorgekultur bei Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung – auch hier muss der Versäulung von Hilfssysteme eine neue Vernetzungskultur entgegen gesetzt werden. Wir stellen das Projekt PiCarDi vor.

Im Praxisteil befassen wir uns mit der heutigen hausärztlichen Rolle  und stellen ein Projekt aus Kanada vor, dass den Titel trägt: Einfach fragen!

 

Wir hoffen nun Ihre Leselust angeregt zu haben. Deshalb heute noch hier bestellen

 

Corona und die Spenden

 

In den letzten Wochen wurde mehrfach berichtet, dass es bei einigen Hospizen zum Teil zu dramatischen Spendeneinbrüchen gekommen ist. Für manche bedeutet dies, dass Angebote nicht mehr stattfinden können oder geschätzte Zusatzleistungen nicht mehr erbracht werden können. Die Frage, was tun ist schwierig zu beantworten, sind doch gewachsene und lokale Strukturen sehr unterschiedlich. Dennoch möchten wir heute die Frage an Sie stellen: Wie gehen Sie in Zeiten von Corona mit dem Thema Spenden um? Haben Sie Ihr Verhalten geändert? Welche Ideen haben Sie entwickelt?

Schreiben Sie uns, per Email, Brief oder facebook.

Hamburg und die Sterbehilfe

 

Der In Hamburg ansässige „Verein Sterbehilfe“, der vom ehemaligen Justizsenator Roger Kusch gegründet wurde und in der Vergangenheit sehr viel mediales Interesse auf sich gezogen hatte, ist nun wieder tätig. Wie der Verein selbst auf seiner Website veröffentlicht hat, „begleitete“ er ein Mitglied des Vereins beim Suizid. Der Betroffene lebte seit vielen Jahren in einem Altersheim. Wie auf der Homepage berichtet, wurde die Heimleitung kontaktiert und diese ließ eine Duldung zu. Nun fordert der „Verein Sterbehilfe“, dass alle Alten- und Pflegeheime und deren Betreibergesellschaften in Deutschland ihre Statuten dahingehend ergänzen sollen, damit das „Grundrecht auf Suizid und das Grundrecht auf Suizidhilfe“, so der Originaltext auf der Homepage, „ausgeübt werden kann.“

Man kann nur hoffen, dass der Gesetzgeber so bald wie möglich zumindest Maßnahmen beschließt, die vor Missbrauch, Willkür und Falschinformationen so weit wie möglich schützen können. Prof. Dr. Borasio von der Universität Lausanne betonte in einem Spiegel-Interview, dass es hier um schwerst leidende Menschen geht, körperlich wie seelisch. Die meisten seien krank, alt, fragil und würden unter großem Leidensdruck entscheiden, so Borasio. Er empfiehlt Schutzrichtlinien. Nun ist der Gesetzgeber gefragt.

 

Niederlande und die Sterbehilfe

 

Auch in den Niederlanden ist nach bestimmten Kriterien Sterbehilfe möglich. Ein neues Gerichtsurteil des obersten Gerichtshof der Niederlande hat nun in für Aufsehen gesorgt.

Der Fall in Kürze:  Eine 74jährige Niederländerin erbat sich von ihrer Ärztin ein todbringendes Medikament, mit der Begründung, sie wolle sich euthanasieren, wenn sie die Zeit für reif hielte. Diese Äußerung war auch schriftlich erfolgt.

Dann erkrankte die Frau an Demenz. Die Angehörigen berichteten, dass es bei der Frau Momente gab, in denen sie behauptete, sterben zu wollen.  Kurz darauf hatte sie dies aber wieder vergessen.

Die Ärztin sprach mit den Angehörigen, dem Pflegepersonal, dem Hausarzt und zwei weiteren Fachärzten. Daraufhin leitete sie den Tod ein. Die Ärztin wurde des Mordes angeklagt und nun freigesprochen.

Die Fragestellung des Prozesses war, ob im Falle einer schweren Erkrankung auf den ausdrücklichen und bewussten Willen des betroffenen Menschen verzichtet werden kann. Das Gericht bejahte in diesem Fall diese Frage, Voraussetzung sei aber eine Patientenverfügung , die diesen Fall vorsieht und aus der Zeit vor der Erkrankung stammt. Dies löste auch in den Niederlanden eine heftige Diskussion aus, denn auch in den Niederlanden steigt die Zahl Menschen, die auf eigenen Wunsch Euthanasie in Anspruch genommen haben. Theo Boer, Professor für Gesundheitsethik in Groningen, sagte in einem Zeitungsinterview, dass er die steigende Zahl sehr kritisch sehe: „Ich glaube, man kann ohne Zweifel sagen, dass das Angebot die Nachfrage erzeugt hat.“ Das muss auch uns zu denken geben.

2019 wurden in den Niederlanden 6 361 Menschen auf eigenen Wunsch Sterbehilfe gewährt. In über 95% der Fälle wurden die Betroffenen von einem Arzt auf Verlangen getötet, bei ca. 4% assistierte der Arzt beim Suizid. In 160 Fällen davon wurde eine beginnende Demenz als Grund für den Sterbewunsch angegeben.

Belgien und die Sterbehilfe

 

Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgericht zum § 217 sehen wir mit neuen Augen auf unsere Nachbarn, bei denen Sterbehilfe in verschiedenen Formen bereits vor Jahren teilweise legalisiert wurde.

In Belgien ist nach festgelegten Kriterien aktive Sterbehilfe möglich. Unter anderem müssen die Betroffenen handlungsfähig, ständig leidend und unheilbar, mit geringer Lebenserwartung erkrankt sein. Jedes Jahr wird die Zahl der Menschen, die Sterbehilfe in Anspruch nahmen, von der zuständigen Kommission veröffentlicht. Demnach sind im vergangenen Jahr 2 655 Menschen diesen Weg gegangen. In einem Fall handelte es sich um einen minderjährigen Menschen. In Belgien gibt es keine Altersbeschränkung für die Inanspruchnahme von Sterbehilfe.

Zudem wurde in Belgien vom Parlament in Brüssel eine weitere Änderung bei der Sterbehilfe abgesegnet. In Belgien können die Menschen in der Patientenverfügung eine Willenserklärung zur Sterbehilfe festhalten, d.h. unter bestimmten Voraussetzungen können Menschen in Belgien aktive Sterbehilfe empfangen, wenn dies in ihrer Patientenverfügung festgehalten ist, sie aber niht mehr ihre Willen äußern können. Bislang galt diese Regelung befristet und musste somit in größeren Abständen erneuert werden. Dies fällt nun weg. Diese Willensäußerung gilt nun unbefristet und unbegrenzt.

Mein Warenkorb

Hinweis:
Ihr Warenkorb enthält momentan keine Produkte.