Big Data in der Geriatrie

 

Cochrane Deutschland, ein Forschungsinstitut im Gesundheits- und Medizinbereich, das frei von kommerzieller Förderung agiert, hat es sich zum Ziel gesetzt, fundierte Informationen im Gesundheitsbereich der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In einem Interview warnte nun der Wissenschaftliche Vorstand der Cochrane Stiftung vor der vorschnellen Euphorie bezüglich Big Data in der Geriatrie.

Prof. Dr. Gerd Antes gab im Vorfeld des Jahreskongresses der Dt. Gesellschaft für Geriatrie und der Dt. Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, ein Interview  zu diesem Thema. Dort betonte er, dass allein eine größere Menge an Daten nicht zugleich einen höheren Informationsgehalt hätte als eine kleinere Menge an Studiendaten. Damit würden sie auch nicht zwingend zu besseren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten führen.

Bei einem unkritischen Umgang mit großen Datenmengen könne Big Data genau das  Gegenteil bewirken, denn es bestünde die Gefahr, dass dann aus statistisch zusammenhängenden Daten auf einmal Sachzusammenhänge werden. Das könne zu fatalen Fehlern führen. Mehr denn je müsse die Methode beleuchtet werden.

Dies gelte im Besonderen für die Geriatrie, denn aufgrund der längeren Lebenszeit und der oftmals vorhandenen Multimorbidität gäbe es noch mehr Daten in verschiedenen Dimensionen. Aus diesen Datensätzen einzelne Mechanismen herauszufischen, da bestünde noch mehr die Gefahr, etwas falsch zu machen.

Zudem wie Antes darauf hin, dass die Menschen immer mehr Sprechzeiten und persönliche Zuwendung möchten – die Digitalisierung und Big Data gehen aber genau in die andere Richtung.

 

Diese Gefahr sehen wir nicht nur in diesem Bereich. Menschliche Zuwendung statt „Datensalat“, Zeit für den Einzelnen haben statt „Pflegeroboter“ – dafür steht die Palliative Geriatrie: Zeit, Zuwendung und eine gute und sinnvolle Alterspflege und -medizin.

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