Sterbehilfe bald in Einrichtungen der ev. Kirche?

 

Im Deutschlandfunk und in einem Spiegel-Interview haben sich führende Vertreter der ev. Kirche zum Thema Sterbehilfe nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Nichtigerklärung des § 217 StGB geäußert.

Prälat Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, sagte im Deutschlandfunk, dass es ein Charakteristikum der evangelischen Ethik sei, dass sie um die ethischen Grundsätze wisse, aber gleichzeitig auch um das wirkliche Leben und darum, dass es zwischen beiden immer auch zu Konflikten kommen könne. So würden (ev.) Seelsorger Menschen nicht alleine lassen, auch wenn man aus religiösen Gründen mit deren Entscheidungen, ihrem Leben ein Ende bereiten zu wollen, nicht übereinstimme. Die evangelische Kirche, so Dutzmann weiter, werde sich der Sterbehilfe nicht grundsätzliche verweigern. Je nachdem, welches Verfahren der Gesetzgeber beschreiben werde, könnte sich die ev. Kirche vorstellen, dass das auch in den evangelischen Einrichtungen, Kliniken, Altenheime geschehe. Es sei dann eine Frage des wie.

Als 2014 der damalige EKD Ratsvorsitzende Dr. Nikolaus Schneider wegen der Krebserkrankung seiner Ehefrau und unterschiedlichen Auffassung zur Sterbehilfe mit ihr von seinem Amt zurücktrat, waren die Stimmen aus der ev. Kirche noch ganz andere. Damals verurteilten viele seine Auffassung, seine Ehefrau, trotz eigener gegenteiliger Überzeugung, auch bei einer möglichen Inanspruchnahme von Sterbehilfe im Ausland zu begleiten.

Der ev. Theologe und Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie,  möchte das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes nicht in Bausch und Bogen verurteilen, ebenso plädiert der ev. Landesbischof von Hannover, Ralf Meister dafür, dass niemandem in einer solchen Situation die Treue gekündigt werde, weshalb er in einem Interview in ‚Christ und Welt’ sagte, dass Sterbehilfe in kirchlichen Einrichtungen für ihn vorstellbar sei.

Doch es gibt auch Gegenstimmen in der ev. Kirche. Die ev. Regionalbischöfen für den Sprengel Hannover, Frau Petra Bahr möchte, dass ev. Einrichtungen „safe places“ sein sollten, Orte die aufgrund ihre Weltbildes sagen, dass es dies bei ihnen nicht geben werde.

Ob dies auch für die katholische Kirche denkbar ist? Bis jetzt ist ein eindeutiges Nein dazu von vielen Amtsträgern der katholischen Kirche zu hören. Anders in Belgien; dort leistet der katholische Orden der Brüder der Nächstenliebe, der Träger von 15 psychiatrischen Zentren ist, in Ausnahmefällen Sterbehilfe – mit strikter Ablehnung des Vatikans.

Und der Gesetzgeber schweigt…

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